
Denn obwohl die Besucherzahlen seit vorigem Jahr wieder leicht steigen, ändere dies nichts an dem grundsätzlichen Problem der Hotellerie: einer Auslastung von durchschnittlich nur knapp 50 Prozent. Daran wird sich so schnell nichts ändern, denn in diesem Jahr entstehen 1.500 neue Hotelbetten und im kommenden sogar 2.000. Das Tagungs- und Kongressgeschäft gewinne zunehmend an Bedeutung, sagte van Daalen. Da es in Berlin nur wenige größere Firmen gebe, sei die Stadt kein Ziel für Geschäftsreisende mehr. Zu Jahresbeginn stieg die Zahl der Übernachtungen im Vergleich zum vergangenen Jahr um bis zu neun Prozent an. Wie die Jahresstatistik des Berliner Landesamtes belegt, wurden im Tourismusjahr 2003 rund 4,95 Millionen Gäste aus dem In- und Ausland in den Beherbergungsbetrieben der Stadt registriert: 4,3 Prozent mehr als in 2002, Damit liegt Berlin derzeit in Deutschland an erster Stelle der Reiseziele.
Im Januar 2004 lag die Auslastung der Berliner Hotelbetten bei fast 50 Prozent, im Februar sogar bei knapp 54 Prozent. Dagegen hatte sich die Branche im Vorjahr noch mit einer durchschnittlichen Auslastung von 45 Prozent begnügen müssen. Die Zahl der gebuchten Nächte übers Jahr stieg um 2,8 Prozent auf 11,33 Millionen. Mit nahezu 1,28 Millionen internationalen Gästen (6,5 % mehr als 2002} zählte Berlin gleichzeitig mehr ausländische Gäste als je zuvor.
Er glaube nicht an das große Wachstum, sagte van Daalen. Der Druck, bis zu 20 Prozent unter Zimmerpreis zu verkaufen, werde sich fortsetzen. "Berlin braucht noch mehr Touristen", schlussfolgert der Hoteldirektor. Zudem müssten wesentlich mehr internationale Kongresse, Festivals und Medienereignisse in die Stadt geholt werden. Von derzeit jährlich 11,3 Millionen Übernachtungen strebt das Tourismuskonzept bis 2010 eine Steigerung auf 15 Millionen Übernachtungen an. Ein ehrgeiziges Ziel, das dynamische Wachstumsraten voraussetzt und Krisen weitgehend ausblendet. "Diese Anzahl bräuchten wir bereits in zwei Jahren", so Jean K. van Daalen.