SmartStore 24 Hofladen Dangelhof Altheim:Alb

Geschäftsmodell der Metzger neu denken

Kundennähe trotz Fachkräftemangel: Die SÜFFA zeigt, wie’s geht

Der viel diskutierte Fachkräftemangel in Deutschland ist längst kein theoretisches oder zukünftiges Problem mehr, sondern allerorten spürbar. Einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zufolge blieben zum Jahreswechsel bereits mehr als eine halbe Million Stellen unbesetzt.

Neben Sozialberufen oder Informationstechnik ist das Handwerk besonders betroffen. Auch zahlreiche Metzgereibetriebe müssen aufgrund fehlenden Personals bereits ihre wöchentlichen Öffnungszeiten verkürzen oder Filialen schließen. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Das war auch der Tenor einer digitalen Pressekonferenz Ende Juni zur SÜFFA 2023.

Wo trotz aller Anstrengungen kein qualifiziertes Personal aufzutreiben ist, kann die Technik weiterhelfen. Die Friedberger SmartStore24 GmbH bietet vollständig digitale Shop-Systeme an, die eine Fülle neuer Möglichkeiten eröffnen. So können Schließzeiten vermieden, Öffnungszeiten beliebig verlängert, Filialen erhalten oder sogar neu eröffnet werden – bei optimaler Verfügbarkeit des Sortiments.

Viel mehr als ein kleines Zusatzgeschäft

„Metzgerinnen und Metzger müssen über ihr Geschäftsmodell nachdenken“, sagt Geschäftsführer Michael Kimmich. Die SmartStore-Systeme ermöglichten „eine strategische Wende“ und seien damit weit mehr als Automaten, die lediglich „ein kleines Zusatzgeschäft versprechen“.

Wie funktioniert das Ganze? „Die KundInnen betreten mittels EC-Karte oder Registrierungscode die Verkaufsstelle – ein klassisches Ladengeschäft oder einen Verkaufscontainer. Drinnen finden sie einen kompletten SB-Laden vor. Am Schluss scannt die Kasse per RFID-Tag die gewählten Produkte, bucht den Endpreis ab und gibt gleichzeitig eine Inventar-Rückmeldung an den Betreiber oder die Betreiberin.“

Von den zwölf Standorten, an denen die Systeme bislang zum Einsatz kommen (im Bild o. der 24h-Hofladen auf dem Dangelhof in Altheim/Alb), erhalte man vielversprechende Rückmeldungen, „mit bis zu fünfstelligen Umsätzen pro Woche“, freut sich Kimmich, der bereits weitere Projekte in Planung hat. „Da wir mit verschiedenen Partnern zusammenarbeiten, können wir innerhalb von sechs Wochen eine Verkaufsstelle an einem gewünschten Standort anbieten.“

Atmosphäre und Wertigkeit auch ohne Personal

Wer ganz ohne Mitarbeiter vor Ort auskommen will oder muss, steht vor neuen Problemen. „Wichtig ist, die Corporate Identity des Unternehmens konsequent fortzusetzen“, erklärt Winfried Groß, Geschäftsführer der Schrutka-Peukert GmbH, Ladenbauer in Kulmbach. „Die Kundschaft erwartet eine bestimmte Atmosphäre und eine über Jahre erarbeitete Wertschätzung. Deshalb haben wir Kühlmöbel entwickelt, die mit einem typischen SB-Geschäft nicht vergleichbar sind und in Farbgebung, Material und Lichtgestaltung die Wertigkeit eines Fachgeschäfts vermitteln.“

Je nach räumlichen Gegebenheiten seien auch Hybrid-Lösungen denkbar, bei denen ein Teil des bestehenden Ladengeschäfts abgeschottet wird und der Rest außerhalb der regulären Öffnungszeiten zugänglich bleibe. „Für die Theke empfehlen wir einen energieeffizienten Aufsatz, der für Bedienung und Selbstbedienung gleichermaßen nutzbar ist.

Daneben besteht die Möglichkeit, auch zu den regulären Öffnungszeiten Selbstbedienungsprodukte einzukaufen und den Vorgang über ein Zahlungsterminal abzuschließen. Auf diese Weise entfällt die Besetzung einer klassischen Kasse.“ Reine Verkaufscontainer-Filialen wiederum eröffneten zahlreiche Möglichkeiten der Nahversorgung und damit ganz andere Marktsegmente: „Hier können sich Metzgereien neu platzieren.“

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