Hohe Erwartungen

Die Tierschutz-Stiftung „Vier Pfoten“ hat in einer Umfrage die deutsche Bevölkerung nach ihrer Meinung zum staatlichen Tierwohllabel für Fleischprodukte befragt. Mehr als 60 % der Deutschen sind danach überzeugt, dass die Kriterien für das neue Label deutlich über den gesetzlichen Mindeststandards liegen sollten. Zudem wünschen sich über 90 % ein Kennzeichnungssystem für alle tierischen Produkte ähnlich der 0-1-2-3-Kennzeichnung für Eier.

 

„Die Mehrheit der Deutschen hat hohe Erwartungen an das neue Label. Deshalb gilt: Wo Tierwohl draufsteht, muss auch wirklich Tierwohl drin sein. Bei der Schweinehaltung müssen Schwanzkürzen, die Dauerfixierung im Kastenstand und Vollspaltenböden ausgeschlossen werden. Stattdessen müssen den Tieren mehr Platz, mehr Beschäftigung und Zugang zu natürlichem Futter geboten werden“, bewertet Vier Pfoten-Kampagnenleiterin Denise Schmidt das Umfrageergebnis.

 

Das staatliche Tierwohllabel sei freiwillig und werde einen Großteil der Nutztiere in Deutschland nicht betreffen. „Erst, wenn der Verbraucher im Geschäft wirklich erkennen kann, wie ein Tier vorher gelebt hat, können bewusste Kaufentscheidung getroffen werden“, kritisiert Denise Schmidt. Dies sei nur mit einer EU-weiten, obligatorischen Kennzeichnungspflicht für alle tierischen Produkte möglich, wie sie Vier Pfoten fordert. www.vier-pfoten.de

 

Weitere Ergebnisse der Umfrage:


Keine Übergangsfristen: Drei Viertel der Befragten fordern, dass alle Kriterien zu 100 % erfüllt sein müssen, damit ein Betrieb das neue Label erhält.

Kurze Tiertransporte: Die Transportzeit von Schweinen sollte nach Meinung von über Dreiviertel der Befragten vier Stunden nicht überschreiten.

Wenig Vertrauen ins Landwirtschaftsministerium: Nur rund ein Fünftel der Konsumenten trauen dem Staat bzw. dem Bundeslandwirtschaftsministerium zu, geeignete Kriterien für das neue Tierwohllabel zu definieren.

 

 

Foto: B&L-Archiv

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