Produktionsleiter-Tagung stellt Optimierungsmöglichkeiten für Betriebe vor

Dortmund. Reinigungsvalidierung, Produktionssysteme und Mitarbeitereinbindung: Die Produktionsleiter-Tagung der Akademie Fresenius stellte Optimierungsmöglichkeiten für Betriebe vor. Das Jahresauftakttreffen versammelte Experten aus den Bereichen Lebensmittelherstellung, Personal, Energie, Produktionsteuerung und Prozessoptimierung.
Über Trends und Neuentwicklungen, welche die Branche in Zukunft prägen werden, konnten sich Produktionsleiter auf der 6. Produktionsleiter-Tagung der Akademie Fresenius am 23. und 24. Januar 2013 in Dortmund informieren.

Eine verlässliche Reinigung ist der Dreh- und Angelpunkt eines erfolgreichen Hygienemanagements. Doch wie lässt sich die Reinigungsleistung der angewendeten Verfahren gegenüber Dritten nachweisen? Andrea Fischer (M+W Consult) sprach sich auf der Tagung für Reinigungsvalidierungen aus. Diese verfolgen das Ziel, einen systematischen, dokumentierten Nachweis zu erbringen, dass die genehmigten bzw. eingesetzten Reinigungsverfahren dazu in der Lage sind, den definierten Reinigungserfolg zuverlässig und wiederholt zu gewährleisten und somit saubere Produktionsanlagen zur Verfügung zu stellen. Die Expertin fasste die wichtigsten Schritte einer Reinigungsvalidierung zusammen: Nach einer Sammlung von Ausgangsdaten, bei der man sich einen Überblick über alle Produkte und Prozesse der eigenen Anlage verschafft, erfolge eine Risikobeurteilung mit darauffolgender Probenahme. Diese würden dann analysiert, bewertet und dokumentiert. Abschließend wies sie darauf hin, dass bislang noch keine Guidelines zur Durchführung von Reinigungsvalidierungen in der Lebensmittelindustrie existieren. Die Herausforderung bestehe derzeit darin, die in der Pharmaindustrie bereits etablierten Ansätze gewinnbringend auf den Food-Bereich zu übertragen, so die Expertin. Dies sei eine der Hauptaufgaben der Subgroup Cleaning Validation der EHEDG.

Christian von der Burg (ProLeit) widmete sich in seinem Vortrag dem Nutzen von MES-Systemen (Manufacturing Execution Systems) für die Lebensmittelproduktion. Die Systeme stellen Informationen bereit, welche eine Optimierung aller Produktionsaktivitäten ermöglichen. Die Erhöhung von Effizienz und Effektivität industrieller Abläufe erfolgt dabei stets sowohl unter Berücksichtigung technischer und technologischer Aspekte als auch hinsichtlich betriebswirtschaftlicher und gesetzlicher Rahmenbedingungen. Die Methode bestehe in einer effizienten Koordination aller am Produktionsprozess beteiligten Ressourcen, Systeme und Personengruppen, erklärte von der Burg. Hierfür stelle das System Informationen aus dem Produktionsprozess und für den Produktionsprozess bereit und verarbeite diese entsprechend, wodurch ein optimales Datenmanagement im Prozess entstehe. Auf diese Weise könne ein bereichs- und standortübergreifender, unternehmensweiter Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Teilsystemen eines Produktionssystems erreicht werden, so der Experte.

Wer zur Verbesserung seines Unternehmens ein TPM-Konzept einführen möchte, kommt an seinen Mitarbeitern nicht vorbei. Diese zentrale These vertrat Dr. Thomas Heller (Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML) auf der Tagung. TPM sei ein Konzept zur umfassenden kontinuierlichen Optimierung der Prozesse in Produktion und Instandhaltung über die gesamte Lebensdauer der Anlagen, welches zwingend die aktive Beteiligung aller Mitarbeiter erfordere, erklärte Heller. Das TPM-Modell
bestehe dabei in der Darstellung des Fraunhofer IML aus sechs Säulen: der kontinuierlichen Verbesserung, der gemeinschaftlichen Instandhaltung, der vorbeugenden Instandhaltung, der Säule Schulung und Training, dem Qualitätsmanagement und dem (Neu-) Anlagenmanagement. Typische Probleme bei der TPM-Einführung seien fehlende oder einseitige Motivation der Mitarbeiter und eine Abweichung der Zielvorstellungen, welche Mitarbeiter und Management mit der Einführung verbinden. In der Folge komme es häufig zu Unverständnis gegenüber dem Nutzen des neu eingeführten Konzepts, Demotivation, und Boykott.
Entscheidend sei es, eine gemeinsame Entscheidungsfindung aller Beteiligten zu erreichen und zu verdeutlichen, dass die operativen Mitarbeiter für die Umsetzung der gemeinsam getroffenen Entscheidungen zuständig sind. Die Aufgabe der Führungskraft bestehe nicht nur darin, den Veränderungsprozess vorzuleben und den Mitarbeitern die Angst vor den anstehenden Veränderungen zu nehmen, sondern auch zu lernen, Macht und Kompetenz abzugeben, schloss Heller.

Die Tagungsunterlagen mit den Skripten aller Vorträge der Fresenius-Konferenz können zum Preis von 295,- EUR zzgl. MwSt. bei der Akademie Fresenius bezogen werden.
www.akademie-fresenius.de


teo/Redaktion Fleischerei Technik

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