Moe Foods Finnland

Mit Hafer: Finnen denken Käse neu

Mö Foods: 2,4 Millionen Euro für Käsealternative aus Hafer

Food-News aus dem hohen Norden Europas: Das finnische Lebensmittelunternehmen Mö Foods hat sich eine Finanzierung in Höhe von 2,4 Mio. Euro gesichert, geführt von Nordic Foodtech VC. Mö will mit seinen haferbasierten Produkten Käse neu definieren und kann mit dem Investment sowohl seine Produktionstechnologie weiterentwickeln als auch seine internationale Expansion vorantreiben, heißt es in einer Pressemitteilung.

Mö Foods wurde 2017 von den Schwestern Annamari Jukkola und Marjaana Vuorio gegründet, die auf einem finnischen Milchviehbetrieb aufgewachsen sind. Das Unternehmen verbindet nordisches Design mit Innovation und Nachhaltigkeit im Lebensmittelbereich und entwickelt damit ganz neue Käsealternativen aus Hafer.

Weniger Zutaten, minimale Verarbeitung

Ein eigens entwickelte Herstellungsverfahren soll dafür sorgen, dass die Käse von Mö herkömmlichen Milchprodukten hinsichtlich Geschmack, Textur und Kocheigenschaften in nichts nachstehen. Diese kämen sie jedoch mit wenigen Zutaten und minimaler Verarbeitung aus.

Die Produktpalette umfasst sowohl schmelzende als auch schnittfeste Käsesorten, alles aus finnischem Hafer hergestellt, der laut Mö Foods zu den reinsten und nachhaltigsten der Welt zählt. Aktuell sind die verschiedenen Käsealternativen bereits in den Regalen der größten nordischen Supermarktketten zu finden – und schon bald auch in ganz Europa.

Käse aus Kuhmilch zählt zu den ressourcenintensivsten Lebensmitteln. Mö ist davon überzeugt, dass Käsealternative aus Hafer hier eine nachhaltige Option bieten kann. Durch sein spezielles Verfahren verarbeitet das Unternehmen das Korn vollständig, sodass keinerlei Nebenprodukte anfallen. Darüber hinaus reduziert Hafer statt Milch als Hauptzutat sowohl den CO2-Fußabdruck als auch den Flächenbedarf entlang der gesamten Produktionskette.

Finanzierung ermöglicht größere Maßstäbe

„Unser Ziel bei Mö war es schon immer, Lebensmittel zu entwickeln, die zu modernen Essgewohnheiten passen: gutes Essen zu einem fairen Preis, verantwortungsvoll hergestellt“, sagt Annamari Jukkola, CEO und Mitgründerin von Mö. „Unsere Kindheit und Jugend auf einem Milchbauernhof haben uns Respekt dafür gelehrt, wie Käse hergestellt wird und welchen Wert er für die Menschen hat. Diese Sorgfalt und Qualität bringen wir auch in unser eigenes Verfahren ein und stellen etwas Vertrautes her – und zwar aus Hafer und mit weit weniger Ressourcen. Diese Finanzierung ermöglicht es uns, dies nun auch auf größere Maßstäbe zu setzen.”

„Mö hebt den einzigartigen finnischen Hafer und seine gesundheitsfördernden Eigenschaften auf ein völlig neues Niveau“, sagte Mika Kukkurainen, Partner bei Nordic Foodtech VC. „Mehrwertprodukte mit einzigartiger Technologie sind genau die Art von Lebensmittel-Know-how, die wir unterstützen und international skalieren möchten. Mö setzt den Standard für die gesamte Branche, wie pflanzliche Produkte die Erwartungen an Geschmack und Erlebnis erfüllen sollten – und wie dieses Know-how auf internationale Märkte übertragen werden kann.“

Europa-Lizenzen in Arbeit

Das Wachstum von Mö hat das der Kategorie veganer Käsealternativen überflügelt, die im vergangenen Jahr in Finnland um rund 18 % zugelegt hat. Allein 2024 stiegen die Verkäufe im Einzelhandel im Vergleich zum Vorjahr um 88 % – nicht zuletzt dank neu eingeführter Produkte, eines ausgebauten Vertriebs und stabiler Absatzzahlen in den größten finnischen Supermarktketten wie der S-Gruppe und der K-Gruppe (Kesko). Jenseits des Einzelhandels arbeitet das Unternehmen derzeit daran, seine Technologie an große europäische Lebensmittelhersteller zu lizenzieren – ein Modell, das die Anpassung an die Kategorie weiter beschleunigen soll.

„Diese Finanzierung stellt einen Wendepunkt für Mö dar“, sagt Stefan Lindberg, Vorstandsvorsitzender bei Mö Foods. „Durch die Verbindung fundierter Technologie mit einem umfassenden Verständnis von Markt und Kund:innen haben wir ein Konzept entwickelt, das funktioniert – und das in einer Zeit, in der ein Großteil der Branche Schwierigkeiten hat, etwas Ähnliches zu erreichen.”

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