Deutschland im Fokus
Das Südtiroler Speck Konsortium blickt im aktuellen Tätigkeitsbericht 2025 auf ein Jahr zurück, das laut eigener Pressemitteilung „wichtige Fortschritte in Qualität, Markenschutz, und Exportaktivitäten brachte“. Bei einer der größten Verkostungsaktionen des Produkts des letzten Jahrzehnts mit über 600 Verkostungstagen in über 300 Märkten habe der deutsche LEH für das Konsortium im Fokus gestanden. Deutschland habe 2025 auch bei den Exportzahlen erneut seine Rolle als wichtigster Auslandsmarkt bestätigt und bleibe damit strategisch von zentraler Bedeutung. Im Vorausblick für 2026 steht das 30-jährige Jubiläum der geschützten geografischen Angabe (g.g.A.) im Mittelpunkt.
Produktion und Exportmärkte
2025 wurden 2.551.323 Hammen mit dem Qualitätssiegel „Südtiroler Speck g.g.A.“ ausgezeichnet, was einem Rückgang um 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Anteil zertifizierter Ware an der Gesamtproduktion sank von 42 Prozent im Jahr 2024 auf 39,2 Prozent. Trotz dieses Rückgangs blieb die internationale Nachfrage stabil: Mit einer Exportquote von 32 Prozent in über 30 Länder zählt Südtiroler Speck g.g.A. zu den meistexportierten Wurstwaren Italiens. 68 Prozent werden weiterhin in Italien abgesetzt, während Deutschland mit 24,8 Prozent erneut der bedeutendste Auslandsmarkt war.
Starke Marktpräsenz in Deutschland
Im deutschen Handel setzte das Konsortium 2025 mit über 600 Verkostungstagen in mehr als 300 Märkten den Fokus auf Verbraucheraktivierung. Ergänzt wurden die Aktivitäten durch PR‑Events, Medienkooperationen und das „Südtirol Shop in Shop“-Konzept im Premium-LEH. Diese Maßnahmen zielten darauf ab, die Nachfrage im wichtigsten Auslandsmarkt zu stabilisieren und die Markenbekanntheit weiter zu festigen. Auch international zeigte Südtiroler Speck g.g.A. als europäisches Qualitätsprodukt hohe Sichtbarkeit, unter anderem auf der ANUGA, der Fancy Food Show in New York und im Rahmen europäischer Kommunikations- und Exportprojekte.
Verpackungstypologien: Convenience bleibt Treiber
Wesentliche Impulse für den Markt ergeben sich auch aus der Entwicklung der Verpackungssegmente. Trotz eines leichten Rückgangs blieb die Fächerware 2025 mit 45,1 Millionen Packungen eindeutig die dominierende Kategorie. Die 100‑g-Packung zeigte sich mit 29,1 Millionen Packungen weiterhin als klare Favoritin der Konsumentinnen und Konsumenten. Stückware und ganze Hammen entwickelten sich leicht rückläufig, was die anhaltende Bedeutung von Convenience und Portionierbarkeit im SB-Regal unterstreicht.
Qualitätssicherung und Markenschutz
2025 wurde erstmals ein umfassendes Forschungs- und Entwicklungsprojekt unter Leitung der Stazione Sperimentale per l’Industria delle Conserve Alimentari (SSICA) und fachlicher Begleitung des Versuchzentrus Laimburg initiiert, dass die wissenschaftlichen Grundlagen zu einer perspektivischen, qualitätsorientierten und nachhaltigen Weiterentwicklung des Produkts zum Ziel hat.
Umfangreiche Kontrollen entlang der Wertschöpfungskette standen zur Qualitätssicherung ebenfalls im Fokus – von Rohstoffaudits über mikrobiologische Untersuchungen bis hin zu sensorischen Endproduktprüfungen. Parallel dazu wurden im Rahmen der Marktüberwachung 1.336 Verkaufsstellen und 200 Internetseiten überprüft. Die Konformitätsquote von 93,8 Prozent zeigt, dass die geschützte geografische Angabe konsequent überwacht und verteidigt wird.
Besonders im Onlinehandel konnten zahlreiche unrechtmäßige Verwendungen entdeckt und bereinigt werden. Aus Sicht von Martin Knoll, Direktor des Südtiroler Speck Konsortiums, unterstreicht dies die Bedeutung der kontinuierlichen Marktüberwachung: „Der Schutz unserer Marke ist heute anspruchsvoller denn je. Durch konsequente Kontrollen – im Handel wie online – sichern wir nicht nur die Integrität des Südtiroler Speck g.g.A., sondern auch das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher.“
30 Jahre Südtiroler Speck g.g.A.
2026 feiert Südtiroler Speck g.g.A. 30-jähriges Jubiläum: Seit 1996 trägt er das EU-Siegel der „geschützten geografischen Angabe“ (g.g.A.). Es gewährleistet, dass die gesamte Herstellung – vom Schlegel bis zum fertigen Produkt – nach traditioneller Methode in Südtirol erfolgt und den klar definierten, regelmäßig kontrollierten Produktionsstandards entspricht.
Paul Recla, Präsident des Südtiroler Speck Konsortiums, erklärt: „Wir sind stolz, als eines der ersten Südtiroler Produkte den europäischen Markenschutz vorangebracht zu haben und heute als Schutzvereinigung die Interessen von 26 Speckherstellern in Südtirol zu vertreten“. Das Jubiläum steht 2026 auch in zahlreichen Marketing- und Marktmaßnahmen im Fokus, unter anderem bei Verkostungstagen und einem Jubiläumsevent auf der Tuttofood in Mailand am 12. Mai.