Erfa-Kreise in Bayern


Auf den Erfa-Tagungen in Berg und Ulm bezog sich dies unmittelbar auf ein aktuelles Projekt: die Einkaufsdatenbank MISNet. Größtes Interesse galt den Möglichkeiten der Kostensenkung, die von Johann Wimmer und Harry Lietzenmayer präsentiert wurden. Jeder teilnehmende Betrieb pflegt auf dem eigenen Computer seine Einkaufspreise in das System, der Vergleich aller Preise erfolgt über das Internet – eine einmalige Möglichkeit, mit Hilfe der Kollegen einen Hinweis auf die günstigste Quelle und den besten Preis zu erhalten. "Jetzt kommt es darauf an, dass wir dieses Instrument wirklich nutzen!" appellierte ein weiterer Teilnehmer an die Runde. Einige Betriebe haben ihre Daten bereits in das System eingepflegt, das Kostensenkungspotenzial ist über das Internet aktuell ablesbar – und wird mit weiterer Beteiligung noch zunehmen.

Mit betrieblichen Zahlen beschäftigten sich auch weitere Vorträge auf den Veranstaltungen. Zum Stichwort “Controlling in der Praxis” stellte Harry Lietzenmayer ein einfaches, aber äußerst wirkungsvolles Werkzeug zur Überwachung und Steuerung des betrieblichen Erfolgs vor. Die beiden erforderlichen EDV-Dateien sind ausgeklügelt angelegt, damit sie eben in der Praxis leicht zu handhaben sind. “Auch für Handwerksbetriebe sind solche Systeme inzwischen unverzichtbar”, resümierte Lietzenmayer, “und der Erfolg zeigt sich bei konsequentem Einsatz sehr schnell.”
Unter dem Stichwort “Abverkauf und Thekenbelegung” förderte Berater Oliver Koch einfache und dennoch bemerkenswerte Effekte zutage. Falsche Thekenbelegung kann Umsatz verhindern, die besten und zweitbesten Plätze in der Theke sollte man deshalb wohlüberlegt und an die richtigen Produktgruppen vergeben. “Welchem Produkt haben Sie den besten Platz gegeben und mit welcher Begründung?” lautete denn auch eine der Fragen an die Teilnehmer. “Ein sonst schwer zu verkaufendes” wäre die völlig falsche Strategie – ein einzigartiges Umsatz- oder auch Image-Potenzial wäre verschenkt.
Mit Anregungen zur Spargelaktion rundete Beraterkollege Peter Groll das Programm ab: Fotos zur Dekoration boten attraktive Anregungen zur bevorstehenden Saison. Auch die Teilnehmer steuerten noch zahlreiche Ideen und Erfahrungen bei: sei es der gemeinsame Auftritt mit einem Gemüsehändler, das Anbieten von fertig geschältem Spargel zur Saison – ein weiterer Akzent zum Convenience-Profil – oder Präsentkombinationen aus aktuellem Anlass, vielfältig waren die Empfehlungen und bewährten Rezepte.
Positiv bewerteten die Teilnehmer die über den üblichen Rahmen hinausgehende Führung über einen Geflügelhof im Zusammenhang der Ulmer Tagung. Diese Art der Praxisnähe eröffnete einen Einblick in das wichtige Thema Herkunft beim Trend-Thema Geflügelfleisch.
Mit dem Schwerpunkt Betriebszahlen war das brennendste Thema der Zeit sicher getroffen. Es bleibt zu hoffen, dass der Enthusiasmus zu den Möglichkeiten von Controlling und Einkaufspreisvergleich im Betriebsalltag anhält und sich als bleibende Priorität gegen die tagesaktuellen Belange durchsetzt.

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