Englisches Catering spielt in einer neuen Liga

Von Kathrin Singer

London. Fußball und niveauvolles Essen – diese beiden Begriffe gehören inzwischen auf der Insel vielerorts zusammen. Das Catering in Fußballstadien ist ein boomendes Geschäft mit hoher Qualität. Peter Reed, Direktor beim Aston Villa Fußballclub, behauptet stolz, daß sein Catering im Villa Park Stadium in Birmingham mit jedem Fünfsternehotel mithalten kann. Die Speisekarte des Restaurants (175 Plätze) bestätigt das. Alles ist vorhanden – von delikaten Suppen, über Lachs, Lobster, Heilbutt, Schweinefleisch mit Countrau und Orangensauce bis zu einer großen Auswahl von leckeren Desserts. Käse und Kaffee runden das Menü ab, das zum stolzen Preis von 27.50 Pfund angeboten wird.

Corporate und -Geschäftsessen stellen für den Club eine wesentliche Einnahmequelle dar. An Spieltagen serviert das In-House-Catering von Aston Villa etwa 3000 Geschäftsessen. Nachdem der Club vor zwei Jahren auf dem Gelände einen Konferenzsaal mit einer Kapazität von 650 Plätzen gebaut hat, wächst inzwischen auch die Zahl der Essen an spielfreien Tagen. Derzeit machen sie 40 Prozent des Gesamtcaterings aus, Tendenz steigend. Reed dazu: “Das Ganzjahrescatering ermöglicht, 30 Leute fest einzustellen. An Spieltagen werden noch einmal 300 Teilzeitkräfte dazu genommen. Doch nicht nur die VIP-Leute können inzwischen bei Aston Villa ein gutes Mahl genießen, auch in den 26 Kiosken im Stadium wurde das Menü wesentlich verbessert: Verschiedene indische Currygerichte sind im Angebot, Pizza, Burger und Geflügelgerichte.

Ähnlich gute Erfahrungen haben auch die Fußballmanager von Middlesbrough. Auch sie haben in den letzten Jahren stark in das Hauscatering investiert, zwei neue Küchen gebaut sowie zwei neue Restaurants. An Spieltagen werden 1200 Essen serviert. Catering Manager, Howard Porteous, konnte ebenfalls feststellen, daß durch diese Neuerungen der Anteil der Geschäftsessen sehr gestiegen ist. “Die Firmen nutzen zunehmend Fußballspiele und das kulinarische Angebot, um ihre Kundenkontakte zu pflegen. Und auch an den anderen Tagen sind wir ein sehr gefragter und attraktiver Austragungsort – auf Grund der großzügigen Räumlichkeiten, der guten Verkehrsanbindung und der hervorragenden Parkmöglichkeiten.

Die Anziehungskraft eines guten Restaurants im Fußballclub ist einfach größer als die eines Hotels. Die Leute haben Spaß daran, sich an ungewöhnlichen Orten zum Mittag zu treffen”. Mit einem Team von 15 Vollzeitkräften und 600 Teilzeitangestellten an Spieltagen erreicht Middlesbrough ein Cateringumsatz von 2 Millionen Pfund pro Jahr. Ein Viertel davon wird außerhalb der Matchtage erzielt. Für die Zukunft ist eine Erweiterung mit Mittagsmenüs an Sonntagen und speziellen thematischen Veranstaltungen geplant. Fußball ist mehr als jemals zuvor “in” und es wäre dumm, diesen Heimvorteil nicht auch kulinarisch zu nutzen – so die einhellige Meinung der Manager der Clubs.

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