Dokumentation beim Mindestlohn

Der Deutsche Fleischer-Verband fordert von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles eine Klarstellung bezüglich der Dokumentationspflichten beim Mindestlohn. Dabei seien Fleischereien klar im Nachteil. Diesbezüglich wurden auch die Mitglieder des Ausschusses für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestags sowie führende Mittelstandspolitiker angeschrieben und um Unterstützung gebeten. Problematisch sei nach Ansicht des Verbandes die ungerechtfertigte Einbeziehung fleischerhandwerklicher Betriebe in die Reihe der Branchen mit erweiterten Dokumentationspflichten. „Dies hätte zur Folge, dass kleine Familienunternehmen mit zehn Mitarbeitern die Arbeitszeiten ihres Personals genauso erfassen müssten wie multinational tätige Unternehmen der Schlacht- und Zerlegeindustrie. Das ist absurd“, so DFV-Präsident Heinz-Werner Süss. Auch nach Ansicht von DFV-Hauptgeschäftsführer Martin Fuchs führt diese Praxis zu groben Ungerechtigkeiten und Wettbewerbsverzerrungen: „Das Fleischerhandwerk in diesem Zusammenhang mit der übrigen Fleischwirtschaft in einen Topf zu werfen macht keinen Sinn.“ Einerseits unterschieden sich große Schlacht- und Zerlegeunternehmen klar von inhabergeführten Fleischereien, in denen eine überschaubare Anzahl Mitarbeiter oft über Jahre hinweg tätig seien. „In Handwerksbetrieben gibt es weder Subunternehmer noch Arbeitskolonnen“, betont Heinz-Werner Süss und ergänzt: „Für unsere wenigen Mitarbeiter ein aufwändiges Zeiterfassungssystem einzurichten ist bürokratischer Wahnsinn.“

Für Martin Fuchs sei nicht nachvollziehbar, warum von allen Lebensmittelhandwerken nur die Fleischer vollumfänglich dokumentieren müssten, Bäcker oder Konditoren, die über ganz ähnliche Betriebsstrukturen verfügten, hingegen nicht. Schwerwiegender aber sei, dass die unmittelbaren Wettbewerber des Fleischerhandwerks, die großen Ketten des Lebensmitteleinzelhandels, den Dokumentationspflichten nicht in gleicher Weise unterlägen. „Es ist nicht ersichtlich, warum Konzerne mit großen Verwaltungen nicht dokumentieren müssen, während Familienunternehmen dies zusätzlich zu ihrer Arbeit am Sonntagnachmittag erledigen müssen.“

Zudem sieht der Verband Handlungsbedarf bei allgemeinen Dokumentationspflichten, von denen alle Branchen betroffen sind, z. B. bei den geringfügig Beschäftigten und fordert praktikable Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen.

Meist gelesene Artikel

News
Veggie-Burger & Co.: VDF begrüßt EU-Vorstoß
News
Fachkräftemangel? Zeit für neue Lösungen
News
Wachstum mit neuem Namen
News
Innungsfusion in Oberfranken
News
Zum 4.Mal ausgezeichnet

Das könnte Sie auch interessieren:

Zum 4.Mal ausgezeichnet

Bereits zum vierten Mal ist die R&S Vertriebs GmbH TOP100-Innovator und zählt damit zu den innovativsten Unternehmen des deutschen Mittelstands....

Innungsfusion in Oberfranken

In Kulmbach schlossen sich die Fleischer-Innungen Hof Wunsiedel, Kronach und Oberfranken Mitte zur Fleischer Innung Oberfranken Nord zusammen....

Metzgerei Schäfer geehrt

Die Metzgerei Schäfer aus Weinstadt hat den Handwerkspreis der Deutschen Bürgschaftsbanken erhalten und wurde in München dafür ausgezeichnet....

Didaktik im Handwerk

Mit „Didaktik im Handwerk – Neue Impulse aus Harvard“ legt Ronny Paulusch ein über 400 Seiten starkes Werk vor, das...

Fachkräftemangel? Zeit für neue Lösungen

Montagmorgen im Handwerksbetrieb: Die Auftragsbücher voll, doch es fehlt Personal. Gute Fachkräfte sind rar, langjährige Mitarbeitende kurz vor dem Ruhestand...
Veggie Burger TUEV Sued Ersatzprodukte Studie

Veggie-Burger & Co.: VDF begrüßt EU-Vorstoß

Bezeichnungen für Veggie-/Fleischersatzprodukte: Wurst oder Burger sollen erlaubt bleiben, Tierbegriffe sollen verboten werden....