40 Jahre Bremer „Silberner Schlüssel“

Im Schulzentrum am Rübekamp präsentierten die Jugendlichen ihre Drei-Gänge-Kreationen für 70 geladene Gäste. Darunter mit Gattin u.a. der Ehrensenator Herbert Ernst, Ehrensenator, das ehm. Beiratsmitglied Arthur Hoffmann und Manfred Ehlert, Weltbundpräsident vom Verband der Serviermeister und Restaurantfachkräfte Deutschlands. Die Wettbewerbsmenüs konnten von den Jugendlichen aus einem reichhaltigen Warenkorb zusammengestellt werden. Als Anforderung waren für die Vorspeise Lachs (warm oder kalt), als Hauptgericht Rinderroulade mit Beilagen (nach eigenen Ideen) und ein als Dessert (Variation aus Zitrusfrüchten) vorgegeben. Das Drei-Gang-Menü war mit Juryteller für sechs Personen zu fertigen.

Zur Begrüßung des Gala-Abends betonte Veranstalter Carsten Meyer (1. Vors. Koch-Club Bremen e.V.) den Effekt, Auszubildende in ihrer Berufswahl zu bestärken und „ihnen einen Hinweis zu geben auf anspruchsvolle Aufgaben, die auf sie warten, wenn beide gut sind.“ Stud.Dir. Wilhelm Hohls (Leiter Berufsschulzentrum am Rübekamp und Gastgeber für die Räumlichkeiten) hob das Engagement seines HOGA-Fachbereiches hervor. Die Veranstaltung wurde unterstützt von den Servierkräften (Azubis 1. Lehrjahr). Auch die möglichen Wettbewerbseilnehmer/-innen der nächsten „Bremer Schlüssel“ erhielten bereits Einblicke in das Geschehen hinter den Kulissen.

Zur Siegerehrung stellte Heinrich Koopmann (Fachbereichsleiter) alle 13 Endteilnehmer/-innen mit Nennung ihres Hauses und einer Kurzcharakteristik namentlich vor. Er zeigte auf, wie Jugendwettbewerbe nicht nur der Motivation und der Prüfungsvorbereitung dienen, sondern warum sie zugleich für die eigene Persönlichkeitsbildung und für das betriebliche Image ihrer Ausbilder stehen. Koopmann betonte auch das Selbstverständnis der Schule, wonach ein Fachbereich heutzutage nicht mehr im Elfenbeinturm agiert, sondern den aktiven Austausch zu den Ausbildern im Betrieb anstrebt.

„Um so unverständlicher, “ diesen Wermutstropfen müsse man öffentlich nennen dürfen, so Koopmann weiter „dass ein renommiertes Restaurant mit Sterneambitionen seinen Auszubildenden noch am Morgen des Wettbewerbs in den Betrieb abzog. Und das, ohne vorher die Schule informiert zu haben.“ „Es darf nicht sein“, vertrat er seinen Standpunkt „dass es immer noch vorkommt, dass ein Sternerestaurant zusammenbricht, wenn sich sein Azubi 2. Lehrjahr für eine solch hochkarätige Möglichkeit persönlich qualifiziert hat. Er wusste, dass er nach dem Theoriepart gute Siegeraussichten hatte.“ Leider sei die Erfahrung nicht zum ersten Mal erlebt, „eigentlich ein Thema für die Fachpresse, denn damit erstickt man persönliche- und Verbandsambitionen im Keim.“ Auf solche Gutsherrenart sollte heute niemand mehr mit seinen Auszubildenden umgehen. Alle Gäste teilten seinen Unmut uneingeschränkt.

Für ihre Leistungen erhielten alle angehenden Kolleginnen und Kollegen eine Urkunde, ein Sponsorenpräsent und die Teilnehmermedaille. Alleine das Dabeisein an der Endausscheidung machte alle zum Sieger. Aber Eine/Einer kann es eben nur werden. Die engagierte Siegerin, Antje de Vries (21 Jahre, Hotel Maritim Bremen) hat u.a. als Gewinnerin der LUKULLUS-Medaille bereits Erfolgserfahrung. Als Vertreterin für Bremen nimmt sie in Kürze an der Deutschen Jugend-Meisterschaft der gastronomischen Ausbildungsberufe in Königswinter und am Helmut Roock Pokal in Saßnitz auf Rügen teil. Ihr Siegermenü: Zitronengras geräucherte Lachsvariationen, Gefüllte Rinderroulade an Feigen-Senf-Sauce mit an safrangefärbten Kohlrabimonden und dreischichtiger Kartoffeltorte. Als krönenden Abschluss präsentierte Antje ihre bildhaft in Szene gesetzte Dessertkreation mit Orangen-Schoko-Parfait, Grapefruit-Campari-Mousse und Zitronenfruchtragout. (Carsten Fest)


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