Abfallvergärungstag in Freising

Energie aus Lebensmittelabfällen: Mehr als 90 Teilnehmer aus vier verschiedenen Ländern der Abfallvergärungsbranche waren am 17. und 18. September der Einladung des Fachverbandes Biogas und des Clusters Ernährung nach Freising gefolgt. Die Teilnehmer des Abfallvergärungstages konnten sich bei der Biogasanlagenbesichtigung zwischen dem kommunalen Abfallverwerter Wurzer-Umwelt GmbH und dem Entsorgungspark Freimann entscheiden. Im Anschluss traf man sich zu einer Führung bei Erdinger Weißbräu, mit der Möglichkeit die anaerobe Kläranlage der Brauerei anzusehen. Das Fazit des diesjährigen Abfallvergärungstages war die Notwendigkeit und Wichtigkeit des Einsatzes biogener Reststoffe und Abfälle jeglicher Art in Biogasanlagen, um so erneuerbare Energie erzeugen und nutzen zu können. Zudem entsteht am Ende der Verwertungskette ein hochwertiger Dünger, der nutzbringend im Gartenbau und in der Landwirtschaft eingesetzt werden kann. Die Erzeugung erneuerbarer Energie aus organischen Abfällen entspricht somit einem geschlossenen Kreislauf.

Nach den drastischen Änderungen der Einspeisetarife im Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG) 2014, liegt die Zukunft der Biogasbranche in den Abfallvergärungsanlagen. Nur der Neubau von Güllekleinanlagen oder Anlagen, die mindestens 90 Prozent Bioabfälle vergären, kann sich im EEG 2014 finanziell lohnen. Eine Option bieten auch industrielle Biogasanlagen, die organische Produktionsreststoffe vergären und das erzeugte Biogas im eigenen Betrieb verwerten. Mit der Förderung und dem Ausbau dieser Wertschöpfungskette in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, beschäftigt sich das EU-Projekt „FABbiogas“ (FAB – Food and Beverage) am Cluster Ernährung, das am Kompetenzzentrum für Ernährung angesiedelt ist. Ziel des von April 2013 bis September 2015 laufenden Projektes ist es, die Verwendung von Reststoffen in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie zu fördern, um die erneuerbare Energiequelle Biogas für Betriebe verfügbar zu machen.

Dr. Günther Bochmann, Leiter der Biogas Forschungs- und Beratungsgruppe an der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien demonstrierte am Beispiel eines österreichischen Schlachthofs, die Vorteile der Vergärung von organischen Reststoffen in einem Lebensmittelbetrieb. David Wilken, Leiter des Referats Abfall, Düngung und Hygiene im Fachverband Biogas e.V. betont, dass auch die Kooperation bestehender Abfallvergärungsanlagen mit der Lebensmittel- und Getränkeindustrie dazu beitragen kann, potenzielle Inputstoffe für Abfallvergärungsanlagen zu erschließen und das Potenzial dieser Reststoffe weiter auszuschöpfen. Die Reststoffverwerter müssen sich aber auch neuen rechtlichen und administrativen Herausforderungen stellen. Beispielsweise der anlagebezogene Gewässerschutz, der die Einsatzstoffe in unterschiedliche Wassergefährdungsklassen kategorisiert, kann zu hohen und kostenintensiven Anforderungen an bauliche Maßnahmen führen.

 

 

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