„Unser Handwerk in guter Position“. Zum Jahreswechsel richtete sich der Präsident des Deutschen Fleischer-Verbandes (DFV), Herbert Dohrmann an die Mitglieder und fleischerhandwerklichen Betriebe in Deutschland und bilanziert das Jahr 2025. Nachfolgend der Wortlaut des Schreibens aus der Mitglieder-App des Verbandes.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die arbeitsreiche Vorweihnachtszeit liegt hinter uns und ich hoffe, dass Sie erholsame und vielleicht auch besinnliche Stunden über das Fest genießen konnten. Erste Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen deuten darauf hin, dass das Weihnachtsgeschäft bei vielen sehr ordentlich gelaufen ist. Die Kunden waren da und sie haben sich zum Fest auch etwas gegönnt. Aber es bleibt natürlich auch spannend, wie sich das Geschäft weiter entwickeln wird, wenn nach dem jetzt bevorstehenden Jahreswechsel der Alltag wieder einkehrt.
2025 war tatsächlich ein außergewöhnliches Jahr für das Fleischerhandwerk und unseren Verband. Die IFFA, das 150. Jubiläum des DFV und die Eröffnung unseres Hauptstadtbüros sind dabei nur drei Besonderheiten von vielen. Zu nennen sind natürlich auch die Bundestagswahl, der Einzug unserer Kollegin Nora Seitz in den Bundestag, der Regierungswechsel und das Ministeramt unseres Kollegen Alois Rainer. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass das Fleischerhandwerk heute im politischen Berlin deutlich mehr respektiert und gehört wird als noch zu Ampel-Zeiten.
Aus dieser deutlich verbesserten Position haben wir auch gute Erfolge ableiten können. Dass das Fleischerhandwerk endlich aus dem Geltungsbereich des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes ausgenommen wird, ist das Ergebnis einer beharrlichen Verbandsarbeit. Sicher, die Entlastungen bei der Bürokratie, die damit verbunden sind, sind noch nicht der ganz große Wurf, aber sie gehen endlich mal in die richtige Richtung. Das gilt um so mehr, als dass auch auf anderer Ebene dem Bürokratiewahnsinn Einhalt geboten wurde. Man denke an die nochmalige Verschiebung der Haltungsstufenkennzeichnung oder auf europäischer Ebene an die Fristverlängerung bei der Entwaldungsverordnung. Dieser Zeitgewinn, auf den wir sehr gedrängt haben, soll jetzt für deutliche Vereinfachungen genutzt werden. Wir werden das sehr eng verfolgen.
Nach wie vor wird die Bundesregierung sehr kritisiert. Es gibt große Klage, dass Reformen zu lange dauern. Diese Ungeduld ist verständlich, denn es ist in den letzten Jahren, vielleicht sogar Jahrzehnten vieles liegen geblieben. Da darf man nicht mehr lange warten, so viel ist klar. Bei aller berechtigten Ungeduld darf man aber nicht übersehen, dass ja tatsächlich schon jetzt vieles umgesetzt oder auf den Weg gebracht ist, was uns ganz konkret weiterhilft. Neben den beginnenden Entlastungen bei der Bürokratie sind das auch finanzielle Verbesserungen. Die Stromsteuerrückerstattungen für das produzierende Gewerbe, zu dem auch das Fleischerhandwerk zählt, sind zuletzt gestiegen und die Netzentgelte für den Strom werden in 2026 deutlich sinken. Das bringt vielen von uns echte Entlastungen. Verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten und die Senkung der Umsatzsteuer im Catering-Bereich kommen hinzu.
Es tut sich also was, das darf man durchaus auch anerkennen. Trotzdem bleibt natürlich Luft nach oben, weswegen wir die politisch Verantwortlichen auch im neuen Jahr weiter mit sachlichen und machbaren Vorschlägen unterstützen werden. Das hat in diesem Jahr Erfolge gebracht, weswegen wir auch für die Zukunft sehr zuversichtlich sind.
Selbst wenn es uns gelingt, für spürbare Entlastungen zu sorgen, bleiben natürlich trotzdem viele Herausforderungen für unsere betriebliche Situation. Noch immer fehlt vielerorts Personal, eine Entlastung bei den extrem hohen Einkaufspreisen ist nicht zu erwarten und viele Krisen, die auf das Konsumverhalten drücken, sind lange nicht überwunden.
Wir werden uns also weiter mächtig anstrengen müssen, um den wirtschaftlichen Erfolg unserer Unternehmen zu sichern. Aber die wichtigste Voraussetzung dafür ist definitiv gegeben. Das Festtagsgeschäft hat noch einmal deutlich unterstrichen, was wir das ganze Jahr 2025 erlebt haben: Die Kundinnen und Kunden wollen unsere hochqualitativen Produkte haben und sind nach wie vor in großer Zahl in unseren Läden. Wir haben täglich Kontakt und wissen deshalb sehr genau, wie die Manschen ticken, was sie von uns erwarten und was sie haben wollen. An unseren Bedientheken sprechen wir mit den Menschen, das verschafft uns viele Vorteile. Diese Basis können und werden wir auch in Zukunft nutzen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Übergang ins neue Jahr. Für uns alle erhoffe ich ein friedvolles 2026 mit viel Gesundheit und Erfolg.
Ihr
Herbert Dohrmann