Auf der zweiten von drei Regionaltagungen informierte der Deutsche Fleischer-Verband (DFV) über aktuelle Themen. Schwerpunkte waren etwa die neue Fördermittel-Plattform, die politische Arbeit in Berlin und lebensmittelrechtliche Themen.
Wie 2025 an gleicher Stelle gut besucht, war der Veranstaltungsraum am 25. Februar 2026 im Veranstaltungsraum des Generationen-Zentrums Matthias Ehrenfried in Würzburg. Am Tag davor fand die Tagung mit gleichem Themenplan in Siegburg, einen Tag danach in Hannover statt.
In Vertretung von DFV-Präsident Herbert Dohrmann, der am wichtigen „Fleischgipfel“ bei Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer teilnahm, eröffnete Vize-Präsident Konrad Ammon die Tagung. Moderiert wurde sie von Hauptgeschäftsführer Martin Fuchs. Erstmals am Tisch des Präsidiums saß Vize-Präsident Christian Lohff. Elf Tagungsordnungspunkte standen auf der Agenda, die nur vom schmackhaft-herzhaften Mittagessen – geliefert von der Metzgerei von Ehrenmitglied Horst Schömig – unterbrochen wurde. Bei fast allen Themen trugen die Anwesenden zu einer lebhaften Diskussion bei. Der Austausch untereinander ist ein wichtiges Element dieser Tagungen.
Volles Programm
Die Liste der Tagesordnungspunkte war lang. Der zeitliche Rahmen wurde aber eingehalten. Die Situation und Entwicklungen im Fleischerhandwerk und des Marktes beleuchtete Dr. Reinhard von Stoutz. Trotz des Rückgangs der Betriebe, seien die Gesamtumsätze gestiegen. Diese sind wie gehabt in den Quartalen 2 und 4 eines Jahres am höchsten. Jüngere Menschen bis 30 Jahre schätzen gutes Fleisch wieder mehr. Der Fleischkonsum sei stabil, die Anzahl der Vegetarier bzw. Veganer mit rund 10 % der Deutschen über Jahre konstant. Herausforderungen bestehen weiterhin aufgrund immer weniger regionalen Schlachtstätten sowie der anhaltenden sinkenden Zahl der Tierhalter und -mäster in der Landwirtschaft.
Nach einem Jahr in Funktion gab Daniela Pewny, Leiterin des DFV-Hauptstadtbüros im Haus des Zentralverbands des Handwerks, zusammen mit Martin Fuchs einen Einblick in die politische Arbeit. „Ich nehme etwa an für unser Handwerk relevanten Arbeitsgruppen im ZDH teil, treffe Politiker auf Veranstaltungen und Events, besuche Diskussionen der Parteien, informiere über unsere Anliegen und bringen Themen ein“, sagte sie. Das sei so zuvor nicht möglich gewesen, so Martin Fuchs. Aus ihrer Arbeit entstanden viele Folgetermine, z.B. auf der Int. Grünen Woche. Der Informationsaustausch und Kontakt zur Politik sei besser als je zuvor.
Die im Dezember 2025 gestartete Fördermittel-Plattform (s. Kasten). stand im Fokus des Beitrags von Hans Christian Blumenau. Die fachliche Expertise dazu lieferte Pascal Schneider (Schneider Consulting. 200 Fördermittel seien für das Fleischerhandwerk interessant. Diese gelte es zu nutzen, Geduld und rechtzeitige Planung sei aber erforderlich.

Zahlreiche Themen zu Tierhaltung und Tierschutz sowie Lebensmittel- und Umweltrecht referierten die Veterinärin Dr. Farina Mieloch und Justiziar Thomas Trettwer. Sie werden nach dem Tod Axel Noldens eine neue Kollegin im Team erhalten. Auch das Präsidium steht im Herbst vor Veränderungen: Eckhart Neun und Konrad Ammon stehen beim Verbandstag in Mainz im Oktober nicht mehr zu Wahl. Als potenzielle Nachfolger stellten sich Hessens neuer Landesinnungsmeister, Johannes Bechtel, und Bayerns Vorstandsmitglied Manfred Weber aus Lauf a.d. Pegnitz vor.
Info-Kasten
DFV-Fördermittel-Plattform
Auf der Fördermittel-Plattform im Mitgliederbereich der DFV-Homepage werden über 200 Fördermittel von Bund, Bundesländern und EU vorsortiert nach den Themen Investition, Digitalisierung, Energieeffizienz, Ausbildung und Betriebsentwicklung vorgestellt. Es gibt Direktlinks zu den jeweiligen Förderstellen (i.d.R. mit Ansprechpartner). Ziel ist es, die Brücke zwischen Investitionswunsch und Förderdenken zu schließen. www.fleischerhandwerk.de
Text und Fotos Marco Theimer