Energetische Abwasserverwertung

Der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V. weist anlässlich des diesjährigen Weltwassertages zum Thema „Wasser und Energie“ auf die energetischen Potentiale in der weltweiten Abwasserentsorgung hin.

 

Zahlreiche Projekte, insbesondere in Deutschland, verdeutlichen die enge Verknüpfung von Wasser und Energie. Seit Jahren forschen Unternehmen der Wasserwirtschaft daran, wie Kläranlagen zu Produzenten regenerativer Energien weiterentwickelt werden können. Dahinter steht das Ziel energieautarker Kläranlagen. Diese können ihren Energiebedarf komplett selbst decken. In Anbetracht der immer weiter steigenden Energiekosten und des demografischen Wandels ist das ein wichtiger Baustein, um die Abwasserentgelte für die Bürgerinnen und Bürger stabil halten zu können.

 

Julia Behrendt, BDE-Fachbereichsvorsitzende Wasserwirtschaft: „Der Weg zur energieautarken Kläranlage erfolgt zum einen über Energieeinsparungen durch eine effiziente und optimierte Fahrweise der Anlagen. Zum anderen gilt es, den Energiegehalt des Abwassers nutzbar zu machen. Dies geschieht insbesondere über die Nutzung von Faulgas. Das Gas entsteht bei der Weiterbehandlung des Klärschlamms, der bei der Abwasserreinigung anfällt. Außerdem kann Klärschlamm thermisch verwertet und zur Energieerzeugung eingesetzt werden.“

 

Nicht nur bei kommunalen Kläranlagen können Unternehmen der privaten Wasserwirtschaft mit ihrer Expertise zur energetischen Optimierung beitragen. Auch im Industriesektor helfen sie Unternehmen verschiedenster Branchen, ihre Abwasserreinigung wirtschaftlich und ökologisch zu betreiben. „Industrieabwässer weisen häufig hohe Nährstofffrachten auf. Deshalb ist hier das Potential für Energieeinsparungen besonders groß“, erklärt Julia Behrendt. So werden mit speziellen Verfahren, wie z. B. der anaeroben Abwasserbehandlung, die organischen Bestandteile im Abwasser in Klärgas umgewandelt, das dann wiederum zur Erzeugung von Wärme und Strom genutzt wird.

 

Private Wasserwirtschaftsunternehmen betreiben sowohl kommunale als auch industrielle Kläranlagen. Sie verfügen über das Know-how, für alle Lebewesen wichtige Rohstoffe wie das Element Phosphor aus dem Abwasser zurückzugewinnen und für die Wiederverwendung aufzubereiten. Auch diese Ressourceneffizienz trägt dazu bei, die Umwelt zu schonen und Energie einzusparen. Gleichzeitig verringert sich dadurch der energieintensive Abbau und Transport von Primärrohstoffen.

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