
Am 28. Juni 2007 wurde Eugen Nagel zum Ehrenlandesinnungsmeister des Fleischerverband ernannt.
Am 08. Juni 1986 wurde Eugen Nagel, als Nachfolger von Hermann Viellieber, in Schwaebisch Gmuend, in das Amt des Landesinnungsmeisters gewaehlt. Das waren sozusagen die aeusseren Eckdaten bei der Verabschiedung von Eugen Nagel als Landesinnungsmeister. Schon zuvor war er 6 Jahre lang, naemlich seit 24.04.1980, stellvertretender Landesinnungsmeister.
Schon zum damaligen Zeitpunkt, seiner Wahl zum stellvertretenden Landesinnungsmeister, hatte er eine 25-jaehrige Taetigkeit in Ehrenaemtern des Fleischerhandwerks hinter sich. Bereits 1 Jahr nach Ablegung seiner Gesellenpruefung 1955 war er im Gesellenpruefungsausschuss seiner Fleischerinnung Ludwigsburg taetig gewesen.
Erst durch den Wechsel in das Amt des Obermeisters der Fleischerinnung Ludwigsburg uebergab er 1967 seine Taetigkeit im Gesellenpruefungsausschuss in andere Haende. Es spricht fuer die Kontinuitaet all der Positionen, die Eugen Nagel seither begleitet hat, dass er das Amt des Obermeisters von Ludwigsburg immerhin 34 Jahre inne hatte, um es dann im Maerz 2001 in juengere Haende zu legen. Eugen Nagel hatte sich, sicher angeregt und auch angesteckt vom haeuslichen Umfeld, also schon sehr frueh fuer berufsstaendische Fragen interessiert und engagiert. Die Summe seiner Taetigkeiten fuer das Fleischerhandwerk und auch darueber hinaus das Handwerk insgesamt, fuellen eine Seite. Zunaechst war Eugen Nagel von 1967 bis 1983 Mitglied des Aufsichtsrates der Lumeg und von da an, bis 2006, Vorstandsvorsitzender der Lumeg zu sein. Aus dieser Position im Vorstand wurde Eugen Nagel bereits ein Jahr vor seiner Wahl zum Landesinnungsmeister, am 24.05.1985 in den Aufsichtsrat der Zentrag gewaehlt. Kurz nach der Wahl zum Landesinnungsmeister im Jahr 1986 und der Wahl ins Praesidium des Deutschen Fleischer-Verbandes, wurde er in dessen Kredit-Pruefungskommission des Aufsichtsrates berufen. Sein Amt bei der Zentrag nahm er bis zum 30.06.2003 wahr, als er dann, aus Satzungsgruenden, ausscheiden musste. Die Berufung in die Gremien der Zentrag haetten wohl keinen Sinn gemacht, wenn sie nicht durch Arbeitseinsatz und Erfahrung auf der oertlichen Ebene abgesichert gewesen waeren. Eugen Nagel war immer ein engagierter Verfechter der engen Verknuepfung von berufsstaendischer Interessensvertretung und wirtschaftlich genossenschaftlichen Aktivitaeten.
Doch zurueck zu Ludwigsburg und seinen dortigen Aktivitaeten: Seit 1972 war er im Vorstand der Kreishandwerkerschaft und stellte sich bis 1986 als stv. Kreishandwerksmeister in Ludwigsburg zur Verfuegung.
Ebenfalls seit 1972 setzte er sich und setzt sich auch noch heute fuer die IKK, als der handwerklichen gesetzlichen Krankenversicherung mit großem Erfolg und großem Engagement ein. Nicht nur dass er bei der IKK Ludwigsburg taetig war, sondern bei der IKK Baden-Wuerttemberg, hatte er von Anfang an, nach deren Gruendung, ueberregionale Funktionen wahrgenommen. Die Ausweitung der Innungskrankenkasse Baden-Wuerttemberg zur Innungskrankenkasse Baden-Wuerttemberg und Hessen, hat er mitgestaltet, ist er doch seit dem Jahr 2000 Mitglied in der Vertreterversammlung und den dortigen Gremien. Zuvor war er im Landesverband der Innungskrankenkassen taetig. Dass er seine regionale Verankerung, nicht vernachlaessigte, wird daraus deutlich, dass er dennoch weiterhin im Regionalbeirat "seiner" Innungskrankenkasse Ludwigsburg taetig blieb. Der Zusammenschluss der Regionaldirektion Stuttgart und der Regionaldirektion Ludwigsburg, die schon zuvor die groesste bzw. drittgroesste Innungskrankenkasse im Lande waren, zur nunmehr absolut groessten Innungskrankenkasse, geht auf ihn zurueck. Noch heute, nach dem Zusammenschluss der beiden traditionsreichen Kassen zur IKK Regionaldirektion Stuttgart-Ludwigsburg, ist Eugen Nagel alternierender Vorsitzender des Regionalbeirats.
Die Funktionsbezeichnung alternierender Vorsitzender kommt bei der naechsten grossen sozialpolitischen Aufgabenerfuellung von Eugen Nagel wieder zum Tragen: Seit 1988 ist Eugen Nagel naemlich wieder alternierender Vorsitzender, aber nun bei der Fleischereiberufsgenossenschaft (FBG). In seiner Amtszeit wurde nicht nur die Integration der Kollegen aus den Neuen Bundeslaendern geschafft, sondern auch der zukunftsweisende Bau des "Aus- und Fortbildungszentrums Arbeits- und Gesundheitsschutz der Fleischerei-Berufsgenossenschaft" in Reinhardsbrunn bei Friedrichsroda im Thueringer Wald beschlossen und realisiert. Jetzt in seinem 70. Lebensjahr hat er bei der FBG neue Herausforderungen zu bewaeltigen. Engagiert setzt er sich fuer den Fortbestand der FBG ein. Die Plaene, die FBG mit der Nahrungs-BG zwangsfusionieren werden von ihm hoffentlich erfolgreich bekaempft.
Zurueck in den Kernbereich des Fleischerhandwerks:
Schon vor seiner Wahl zum Landesinnungsmeister im Jahr 1986 war Eugen Nagel bereits überregional im Deutschen Fleischerverband taetig. Im Jahr 1976 wurde er, damals noch vom Landesinnungsverband Wuerttemberg, in den "Ausschuss fuer Werbung und Oeffentlichkeitsarbeit" beim Deutschen Fleischerverband delegiert. Seit November 1977, also nur ein Jahr spaeter, gehoerte Eugen Nagel, wiederum als Vertreter des damals noch nicht fusionierten Landesinnungsverbandes Wuerttemberg, dem Gesamtvorstand des Deutschen Fleischerverbandes an. Nach dem Zusammenschluss der Landesinnungsverbände Baden und Wuerttemberg zum heutigen Verband, blieb Eugen Nagel selbstverstaendlich in den Ausschuessen des Deutschen Fleischer-Verbandes und natuerlich auch in dessen Gesamtvorstand. Beim DFV uebernahm er seit 1981 auch noch den Ausschuss für Berufsausbildung und Fortbildung". Letztere Taetigkeit sollte ganz wesentlich sein berufsstaendisches Wirken in der Zukunft praegen. Sein Engagement fuer die Jugend, v.a. sein Einsatz fuer die Praktischen Leistungswettbewerbe auf Landes- und Bundesebene, bilden Marksteine seines Schaffens. Mit seiner Wahl zum Landesinnungsmeister im Juni 1986 war dann die Wahl in das Praesidium des Deutschen Fleischer-Verbandes am 06. Oktober 1986 vorprogrammiert. Im Praesidium uebernahm Eugen Nagel v. a. das Ressort Aus- und Weiterbildung, einem Bereich, dem er den Stempel seiner Aktivitaeten aufdrueckt. Bei Erlass der neuen Ausbildungsordnungen im Jahr 2005 fuer Fleischer/Fleischerin und im Jahr 2006 fuer die Fachverkaeufer/Innen hat Eugen Nagel als praegende und treibende Kraft gewirkt. Mit grossem Engagement hat er die Arbeiten an den beiden Handreichungen zur Erlaeuterung der beiden Ausbildungsberufe vorangetrieben und zu einem guten Ende gefuehrt. Dass Eugen Nagel seit dem Jahr 1988 im Berufsbildungsausschuss des ZDH die fleischerhandwerklichen Interessen vertrat, ist eigentlich nur logische Konsequenz seiner oben genannten Taetigkeiten.
Dass es dem Fleischerhandwerk gelang in den Vorstand der Fachverbaende des Handwerks in Baden-Wuerttemberg, heute Unternehmerverband Handwerk (UVH) genannt und damit auch in den Beirat des Baden-Wuerttembergischen Handwerkstages (BWHT) vorzustossen, spricht fuer das hohe Ansehen, das Eugen Nagel weit ueber das Fleischerhandwerk hinaus geniesst.
Wie sehr Eugen Nagel den Gedanken des Dienens in den Mittelpunkt seiner Aktivitaeten und seines Engagement stellte, mag das Beispiel seiner kommissarischen Taetigkeit an der Spitze des Deutschen Fleischer-Verbandes belegen. Als im Februar 2001 unser damaliger Praesident des DFV, Albert Proeller, aus gesundheitlichen Gruenden seinen Ruecktritt vom Praesidentenamt erklaerte, war Eugen Nagel, als Erster Vizepraesident des Deutschen Fleischer-Verbandes bereit, kommissarisch das Amt des Praesidenten zu uebernehmen. Zuvor schon hatte er, zusaetzlich zum Ressort Aus- Fort- und Weiterbildung noch das Amt des Schatzmeisters uebernommen gehabt.
Die Kroenung seines beruflichen Engagements stellt sicher seine Wahl zum Praesidenten des Internationalen Metzgermeisterverbandes dar. Durch diese Wahl oeffnete sich sein Blick weit ueber Baden-Wuerttemberg, ja weit über Deutschland hinaus. Es ist sicher der Nachweis fuer eine ueberdurchschnittliche Akzeptanz, dass in Eugen Nagel erstmals ein Deutscher an die Spitze des Internationalen Metzgermeisterverbandes gewaehlt wurde.
Angesichts einer solchen Fuelle von Taetigkeiten und Funktionen ist es nicht verwunderlich, dass bereits im Jahr 1975 die Politik auf dieses Nachwuchstalent aufmerksam wurde. Im diesem Jahr wurde Eugen Nagel in den Stadtrat der Grossen Kreisstadt Ludwigsburg gewaehlt. Kontinuierlich baute er, bis zu seiner letzten Wahl, seinen Stimmanteil erfolgreich aus und zaehlte immer mit zu den Stimmfuehrern innerhalb der CDU-Fraktion. In den Kreisrat des Landkreises Ludwigsburg wurde Eugen Nagel bereits im Jahr 1976, also bereits nur ein Jahr nach seiner Wahl in den Stadtrat von Ludwigsburg, gewaehlt und begleitete dieses Amt bis zum Jahr 2004.
Angesichts einer solchen Fuelle von Taetigkeiten und Aufgaben mag man sich oft fragen, ob Eugen Nagel denn auch "fuer Privates" noch Zeit hatte. Eugen Nagel fand auf diese Fragen, die manchmal auch von seinen Kollegen gestellt wurden, immer die richtige Antwort. Offensichtlich hat er mit seiner Frau Waldtraud, mit der er immerhin seit 27. August 1963 verheiratet ist, die richtige Balance gefunden. Im familiaeren Bereich hat ihn immer mit großem Stolz erfuellt, dass sein Sohn Ralf im Jahr 1985 Sieger beim Leistungswettbewerb der Fleischerjugend, sowohl auf Landesebene als auch v. a. auch auf Bundesebene wurde.
Ehren-Landesinnungsmeister Eugen Nagel war, was viele im Saal sicher nicht wissen, ein begabter und erfolgreicher Fechter. Die Voraussetzung zur Ausuebung dieses Sportes, die schnelle Reaktionsfaehigkeit oder, wie er sich manchmal ausdrueckt, das "Denken in zweiter Absicht" erfordert, hat ihn nicht nur zum erfolgreichen Fechter, sondern auch zum Verfechter unserer Interessen werden lassen. Dass es beim Fechten allein nicht blieb, wird daran deutlich, dass Eugen Nagel, zumindest bis in die Mitte der 80-er Jahre, auch begeisterter und erfolgreicher Tennisspieler war. Seine musischen Interessen fuehrten ihn in den Musikverein Ossweil und auch in den MGV Ossweil, denen er nicht nur angehoerte, sondern bei denen er auch aktiv mitarbeitete, wenn auch, nach meinem Wissen, er nie aktiver Musikant oder aktiver Saenger war. Dass er jedoch dem Gesang sehr verbunden ist, wird dadurch deutlich, dass er im Praesidium des Deutschen Fleischerverbandes bis heute der Kontaktmann zwischen dem Deutschen Fleischersaengerbund und dem Fleischerverband ist.
Im November 1995 wurde Eugen Nagel mit dem Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Das Land Baden-Wuerttemberg hatte ihm zuvor im September 1995 für seine hervorragenden Verdienste um den Laendlichen Raum, die Ernaehrung, Landwirtschaft und Forsten mit der Staatsmedaille in Gold ausgezeichnet.