Obwohl sie jahrelang in anderen Berufen gearbeitet hatten, übernahmen Luca und Thomas Schupp 2022 den Metzger Paul in Flieden im Landkreis Fulda. Paul und Maria Müller, Eltern von Luca, hatten sie in dritter Generation geführt. Bereits bei meinem ersten Besuch dort 2017 war meine Neugier geweckt. Damals ging es ums Thema Kundenbindung mittels „kleiner Taler“ und ich dachte: Da werde ich eines Tages sicher nochmal für eine Reportage hinkommen. Anfang Dezember 2025 war es soweit – trotz nahendem Weihnachtsgeschäft – und Luca (40) und Thomas Schupp (47) begrüßten mich noch im Jubiläumsjahr in der Küche hinter dem Ladengeschäft.
Richtungsweisende Entscheidung

Luca Schupp ist gelernte Friseurin und war als selbständige Make-up-Artistin tätig. Ihr Mann Thomas lernte Einzelhandelskaufmann, arbeitete viele Jahre im Außendienst eines bekannten Kassen- und Waagenherstellers aus Balingen und sah dabei viele Metzgereien. Mit 37 Jahren machte er eine Fleischerlehre, wurde Innungsbester und schloss danach den Meistertitel am Bildungszentrum Kassel ab. „Gegründet wurde die Metzgerei 1925 von Karl und Katharina Müller, die als Hochzeitsgeschenk ein Schwein und ein Kalb bekamen, ihr ‘Betriebskapital’“, berichtet sie. Es folgten ihre Großeltern Martin und Angela Müller sowie die Eltern Paul (64) und Maria (65).
Da ihr Bruder die Metzgerei nicht übernehmen konnte, entschied sich das Paar einen neuen Weg einzuschlagen. „Wir hatten beide wenig Zukunftsperspektiven in unseren Jobs. Es gab aber keinen Druck, die Metzgerei zu übernehmen“, betont sie. Ihr Mann Thomas ergänzt: „Die Metzgerei hat uns das geboten, was wir uns für unsere Zukunft vorgestellt hatten. Außerdem gefiel mir das Betriebskonzept, vor allem die eigene Schlachtung und dass alle unsere Produkte frei von unnötigen Zusatzstoffen sind“, untermauert er die gemeinsam getroffene richtungsweisende Entscheidung.
Gelebte Regionalität

Seit zehn Jahren sind die beiden zurück in der Metzgerei, sie bekamen zwei Kinder und Paul und Maria Müller sind als „Backup“ präsent. Die Familie entscheidet alles gemeinsam. Rund 20 Teil- und Vollzeitkräfte sind beschäftigt, davon sechs in der Produktion inkl. eines Metzger-Azubis. Dort gibt es eine 4-Tage-Woche (Mo.-Do.) im Wechselmodell. „Wir sind ein junges Team, das funktioniert sehr gut“, sagt Thomas Schupp. Und dass, obwohl montags ab 5 Uhr 20 bis zu 25 Schweine und ein Rind geschlachtet werden. Die Tiere stammen von Landwirten aus einem Umkreis von 15 bis 20 km – drei für die Schweine – wovon einer nur Strohschweine hält – und einem für die Rinder. „Wir wissen, wo die Tiere herkommen…
Die ganze Reportage lesen? Gerne, hier klicken: https://blmedien.aflip.in/FH_Fleischer_Handwerk_2_2026.html#page/24
Text: Marco Theimer