Beim traditionellen Neujahrsempfang der Metzger-Innung München zog Obermeister Andreas Gaßner ein Fazit zum Jahr 2025, begrüßte allerhand Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und vor allem die Kabarettistin und Schauspielerin Luise Kinseher. Erneut war der Ort des Geschehens das Wirtshaus im Schlachthof, bekannt aus der TV-Sendung „Ottis Schlachthof“, wo auch Luise Kinseher schon sehr oft zu Gast war.
Unternehmer kein Feindbild
Nach einem nostalgischen Rückblick auf das Münchner „Stadtbild“ der 1960er- und 1970er-Jahre mit Nackerten im Englischen Garten und echtem Münchner Lebensgefühl, das zunehmend verschwinde, kritisierte der Obermeister pointiert überbordende Vorschriften kommunaler Entscheider und hoffe nach der Kommunalwahl Anfang März auf Besserung. „Unternehmer im Mittelstand sind kein Feindbild, Handwerksbetriebe halten durch und sind krisenfest“, betonte er. Anwesend waren etwa Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und sein Herausforderer Clemens Baumgärtner (CSU), HWK-Präsident Franz-Xaver Peteranderl, Landesinnungsmeister Konrad Ammon, Wirtschaftsreferent Dr. Christian Scharpf und Bayerns Bauernpräsident Günther Felßner. Zur weiteren Gästeschar gehörten Verantwortliche der Berufsschulen, Wiesn-Schausteller und Gastronomen, Veterinäre und Lebensmittelkontrolleure sowie zahlreiche Metzgerkollegen und -kolleginnen.
Bundesweite „Würstlwoche“

Alle lauschten dann dem Stargast des Abends, der Kabarettistin und Schauspielerin Luise Kinseher, selbst Tochter eines Malermeisters aus Geiselhöring und bundesweit vor allem als Serienschauspielerin und „Mama Bavaria“ vom Derblecken auf dem Nockherberg bekannt, die sie von 2010 bis 2018 verkörperte. Mit scharfer Zunge, aber stets fair, gab sie ihre Meinung zu Gesellschaft und Politik zum Besten und erntete viele Lacher. Sie forderte eine bundesweite „Würstlwoche“, lobte die Metzger, die nie jammern, schlug Ministerpräsident Markus Söder als Landesinnungsmeister vor, der künftig im Raumschiff „Bavaria One“ bayerische Lebensart ins All bringt und sagte: „Metzger kennen den Unterschied zwischen Substanz und Füllmaterial, in der Politik fehlt dieser oft“. Danach klang der Abend mit zünftigen bayerischen Spezialitäten und kollegialem Austausch aus.
Im Bild oben (von li.): Wirtschaftsreferent Dr. Christian Scharpf, OB Dieter Reiter, Luise Kinseher, Clemens Baumgärtner und Obermeister Andreas Gaßner
Text und Bilder: Marco Theimer