Nachteile des Zwangspfands per Studie belegt

Berlin. Rund 1,5 Milliarden Mark pro Jahr könnte die geplante Einführung des Zwangspfands auf Getränkedosen und Einwegflaschen kosten. Das belegt eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger, die im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt (AGVU) vorgenommen wurde. Nach den Plänen der Bundesregierung soll ab 2002 auf alle Dosen und Einwegflaschen ein Pfand von 50 Pfennig oder einer Mark erhoben werden.

Im Rahmen der Studie wurden auch 2.500 Verbraucher befragt. Dabei hat sich gezeigt, dass die Kunden Getränke nicht vorrangig nach der Verpackung beurteilen. Langfristig würden sie nach der Einführung des Zwangspfandes nicht mehr Mehrwegflaschen kaufen, weil der Unterschied zwischen Mehrweg- und Einwegsystem verschwimme und der Handel aus Kostengründen mehr Einwegbehälter anbieten werde.

Der Studie zufolge müssten bei Einführung des Zwangspfandes etwa 50.000 Geschäfte einen oder mehrere Rücknahmeautomaten für Getränkeverpackungen anschaffen. Weitere 50.000 kleinere Verkaufsstellen, so Kioske, Imbissläden und Tankstellen, müssten Einwegverpackungen von Hand zurücknehmen. Der Kauf eines Automaten lohne sich für jeden, der täglich mindestens 270 Dosen und Flaschen zurücknimmt.

Die Aufstellung von Automaten und Behältern, die entsprechenden Umbauten sowie die Einrichtung eines bundesweiten Clearingsystems würden einmalig etwa 2,6 Milliarden Mark kosten, so die Studie. Zudem wird darauf hingewiesen, dass etwa 272 Millionen Mark Pfandgeld beim Verbraucher abgeschöpft würden. Dieses Geld bliebe auf Dauer gebunden und würde dem Konsum entzogen.

AGVU und die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) haben sich gegen die Einführung des Zwangspfands ausgesprochen. Bisher fehle jeder Nachweis, dass das Zwangspfand zu einer Stabilisierung des Mehrweganteils führe.

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