Die Kulmbacher Raps GmbH & Co. KG feiert ihr 90-jähriges Bestehen. Gegründet wurde das Unternehmen 1924 von Adalbert Raps, heute sichern besondere Anwendungs- und Verfahrenstechnologien Qualität, Geschmack und Funktionalität.
Alles begann in Hamburg, als Adalbert Raps eine Handelsgesellschaft für Lebensmittel, Medikamente und Chemiekalien gründete. Schon damals ging es dem Apotheker darum, neue Produktionsverfahren zu entwickeln, z. B. ein Verfahren zur Herstellung salzfreier Gewürze, was eine große Kostenersparnis versprach. Salz musste somit als billiger Rohstoff nicht mehr transportiert werden. Der Durchbruch gelang in den 1950er-Jahren mit der Entwicklung von Glutalin, des ersten Geschmacksverbesserers für die Wurstproduktion. Als die Betriebsstätten in Hamburg im Zweiten Weltkrieg von Bomben getroffen wurden, errichtet man in Kulmbach ein Ausweichquartier, während das Gebäude in der Hansestadt aufgebaut wurde. 1956 folgte die endgültige Verlagerung des Hauptsitzes nach Kulmbach. Mit der Entwicklung einer Extraktionsanlage zur Herstellung ätherischer Öle und Extrakte folgte 1965 eine “kleine Sensation”. Sieben Jahre später konnte der Umweltschutzgedanke mit der Idee einer modernen Hochdruckextraktion verknüpft werden. Raps nutzte als erstes Unternehmen die Biofrost-Kaltvermahlung. Als Nachfolger von Adalbert Raps trat Horst Kühne 1975 in die Geschäftsführung ein. 30 Jahre führte er das Unternehmen mit großem Erfolg, ehe sein Sohn Frank Kühne die Geschäftsführung in 3. Generation übernahm und seit der Übergabe dieser an Maria-Johanna Schaecher die Geschicke des Unternehmens als Beiratsvorsitzender mitgestaltet. Eine weitere Innovation war die Errichtung der ersten Coatinganlage 1982.
Investitionen in die Zukunft
Die Optimierung von Verarbeitungs- und Herstellungsprozessen steht auch heute oben auf der Agenda. Erst im Juni wurden rund 2 Mio. Euro in eine neue Außensiloanlage investiert. Das dreijährige Projekt „Zukunft Raps“ mit einem Investitionsvolumen von rund 18 Mio. Euro beinhaltet eine umfassende Modernisierung der Maschinenanlagen und -prozesse. So arbeitet das Unternehmen etwa mit einer speziellen Verkapselungstechnologie für die hochwertige Veredelung von Fleisch-, Back- und Süßwaren. Weitere gut 4 Mio. Euro wurden investiert, um die Prozesstechnologie auf den aktuellen Stand zu bringen.
Das Unternehmen verarbeitet rund 1.400 Rohstoffe aus aller Welt. Mit sieben Produktionsstätten in Europa und weltweit über 900 Mitarbeitern – davon 600 in Kulmbach – produziert es über 40.000 t unterschiedlichster Lebensmittelinhalts- und Zusatzstoffen pro Jahr. Die Produkte werden über zehn Tochterunternehmen und über 40 Vertretungen weltweit an Kunden aus der Lebensmittel- und Fleischwarenindustrie, dem LEH und der Gastronomie, dem Catering und dem Fleischerei- und Feinkosthandwerk verkauft. Bei rund 80 Exportländern liegt der Jahresumsatz der Raps Gruppe bei rund 180 Mio. Euro. Die 90-jährige Erfahrung sowie das internationale Produktentwicklerteam helfen dabei, im Sinne des Mottos „Global mind – local taste“, für die Kunden den richtigen Geschmack und die richtigen Produktqualitäten zu treffen. „Wir haben noch sehr viel Potenzial und sind mit unseren marktführenden Technologien für die Zukunft sehr gut aufgestellt“, schätzt Geschäftsführerin Maria-Johanna Schaecher die weitere Entwicklung des Unternehmens ein. www.raps.de