
Anlass dieser Veranstaltung, die am 27. September stattfand, war der Ankauf eines neuen Massensprektometers. Damit ist die Analyse auf Stoffe moeglich ist, die in geringsten Spuren in Lebensmitteln vorkommen. Die Grundlagen dieser Analysen hatte sich die Tagung zum Thema gemacht.
Der Nachweis geringster Stoffkonzentrationen ist schon lange Ziel des wissenschaftlichen Ehrgeizes, aber nicht nur das. Es gibt Chemikalien, wie das Dioxin, die schon in unvorstellbar geringen Mengen Giftwirkungen entfalten. An solchen Substraten reift die Analyse zum Instrument des Schutzes der menschlichen Gesundheit und der Umwelt. Dass dies gerade auch f r die EU einen hohen Rang hat, machte Prof. Dr. Elke Anklam, Direktorin des Instituts f r Gesundheit und Verbraucherschutz in Ispra, Italien in ihrem einleitenden Referat deutlich. Um Lebensmittelqualitaet in einem modernen Sinne, also als Freiheit von schaedlichen Kontaminanten, absichern zu koennen, hat die EU ein Netz von nationalen und EU-Referenzlaboratorien aufgebaut, die eng miteinander zusammenarbeiten. Gerade bei Kontaminanten aus der Umwelt bietet diese Verschr?nkung im europaeischen Raum ein festes Fundament f r den Verbraucherschutz.
Hinter derartigen Netzen steht eine Vielzahl von praktischen Untersuchungen, wie Dr. Karl-Heinz Schwind, BfEL Kulmbach, am Beispiel des Dioxins zeigte. Dabei ging es bei ihm um die Konzentrationen dieses Schadstoffs in Fleisch und Fleischwaren. Aufgrund wirksamer gesetzlicher Regelungen sind die Konzentrationen an Dioxin in Fleisch innerhalb von zehn Jahren auf die Haelfte zurueckgegangen in Deutschland zumindest.
Die Lebensmittelchemikerin Katja Ziegenhals ueber Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe". Die Abkuerzung PAK" fuer diese Substanzgruppe laesst vielleicht noch am ehesten erahnen, dass es sich hier um nichts Gutes handelt, was da auf uns zukommt. Fuer das gefeierte Kulmbacher Massenspektrometer sind sie trotzdem ein gefundenes Fressen: Dieser Spezialist f r die Spurensuche wurde als eines von wenigen Geraeten in Europa inzwischen erfolgreich angelernt, 16 verschiedene PAK’s in Fleischwaren, Oelen oder Gewuerzen zu identifizieren und deren Menge anzugeben. Die jetzt moeglichen Untersuchungen werden ueber die Zukunft von derzeit noch bestehenden gesetzlichen Regelungen entscheiden.
Der Leiter des Kulmbacher Instituts f r Chemie und Physik, Dir. und Prof. Dr. Karl Otto Honikel beschloss die von ihm organisierte Tagung: Komplizierte Apparaturen sind nicht das Einzige, was den Erfolg der Analysen ausmacht, der Elan einer jungen Forschergeneration gehoert dazu! Und genau dies haben die Vortraege in erfrischender Weise vor Augen gefuehrt.