Salz: Weniger ist mehr

Wie lässt sich der Salzgehalt in Wurstwaren reduzieren, ohne dass dies auf Kosten des Geschmackst geht? Dieser Frage ging das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising nach.

Das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising arbeitet an Wegen, den Salzgehalt in Lebensmitteln zu reduzieren, ohne dass dies auf Kosten des Geschmacks geht. In einem nun gestarteten Projekt wird gemeinsam mit bayerischen Unternehmen aus dem Bereich Fleisch- und Wurstwaren in den nächsten zwei Jahren ein industrietaugliches Verfahren zur Salzreduktion in Wurstwaren entwickelt. Angestrebt wird eine Reduktion von 30-40 % des Salzgehaltes. Am 1. Oktober 2014 trafen sich die Projektpartner in Freising zum Kick-off-Meeting.

Die meisten Menschen essen zu viel Salz. Fünf bis sechs Gramm pro Tag sind vollkommen ausreichend. An der Tagesordnung ist jedoch oft die doppelte Menge. Das meiste Salz nehmen wir über bereits verarbeitete Lebensmittel wie zum Beispiel über Brot, Käse oder Fleischerzeugnisse zu uns. Der Spielraum, den Salzkonsum selbst zu steuern, ist deshalb gering. Das meiste Salz, das wir verzehren, gelangt erst gar nicht auf unsere Geschmackssinneszellen und wird „ungeschmeckt“ geschluckt. Der Ansatz ist deshalb, das Salz innerhalb der Wurst gezielt so zu verteilen, dass beim Verzehr die Salzfreisetzung erhöht und die Salzempfindung intensiviert wird. Dadurch soll ermöglicht werden, dass bei gleichbleibendem Geschmack die Salzmenge reduziert werden kann. Unterstützt werden die Arbeiten dabei durch ein von Fraunhofer entwickeltes computergestütztes Simulationsmodell.

»Mit dieser neuen Methode können wir die Salzfreisetzung beim Kauen von Brühwurst genauer verstehen«, erklärt Christian Zacherl, der gemeinsam mit Dominik Wimmer das Projekt am Fraunhofer IVV leitet. Untersucht wird auch, inwieweit der Salzgeschmack durch synergistische Effekte von Gewürzen und natürlichen Aromen verstärkt werden kann. Aufbauend darauf werden neue Rezepturen und technologische Ansätze entwickelt, mit deren Hilfe die Herstellung salzreduzierter Wurstwaren ohne den Zusatz von Salzersatzstoffen ermöglicht werden soll. Bei der Entwicklung des Verfahrens wird gleichzeitig darauf geachtet, dass trotz Salzreduktion neben den sensorischen Aspekten auch die Stabilität und mikrobiologische Sicherheit der Wurst gewährleistet bleiben.

Bis zum Projektende möchte das Fraunhofer IVV zusammen mit Wurstproduzenten und Anlagenherstellern das Verfahren bis in den Pilotmaßstab umsetzen.

Meist gelesene Artikel

News
Praxisseminar zur Digitalisierung
News
Wer holt den Pokal? Wiesenhof!
News
Aus The Plantly Butchers wird Billie Green
News
Fleischhändler fordert weniger Fleischkonsum
News
So geht’s: Döner wirtschaftlich produzieren

Das könnte Sie auch interessieren:

Interpack 2023 Bilanz Comeback

Alles neu macht der Mai

Von 7. bis 13. Mai 2026 öffnet die interpack ihre Tore. In Düsseldorf trifft sich die globale Processing- und Packaging-Branche...
Stephan Otto Weniger Fleisch

Fleischhändler fordert weniger Fleischkonsum

Faires Fleisch ist nur mit Verzicht und neuer Landwirtschaft erreichbar, sagt Stephan Otto, Gründer von Otto Gourmet, in einem Interview....
KDK Spargel Kalbfleisch

Spargel und Kalbfleisch, eine Traumkombination

Zart, fein im Geschmack und vielseitig einsetzbar: Kalbfleisch aus Deutschland harmoniert ideal mit dem mild-nussigen Aroma von Spargel....
Vemag Doener Seminar

So geht’s: Döner wirtschaftlich produzieren

Hohe Nachfrage und ausgezeichnete Resonanz im April: Ausgebuchtes Dönerseminar-Double bei Vemag Maschinenbau....
Billie Green Trio

Aus The Plantly Butchers wird Billie Green

Strategische Neuaufstellung: Marke und Unternehmen künftig eigenständig unter dem gemeinsamen Namen Billie Green....
DFB-Pokal Wiesenhof

Wer holt den Pokal? Wiesenhof!

Die Niedersachsen erweitern ihr Fußball-Engagement: Wiesenhof wird Partner des DFB-Pokals....