Vorreiter in Sachen Tierwohl und Fleischqualität


Auf dem Programm standen Tulip Fleischwaren und der Zerlegbetrieb von Danish Crown in Oldenburg sowie der Schlacht- und Zerlegebetrieb von Danish Crown in Horsens/ DK, die Tulip Food Company in Vejle und das Dänische Fleischforschungsinstitut in Roskilde/ DK.

Zusammen mit den Verbänden Kødbranches Fællesråd (Gemeinsamer Rat der Rindfleischwirtschaft) und Det Danske Fjerkrœraad (Geflügelwirtschaft) vertritt Danske Slagterier (Schweinproduzent und Schlachtbetriebe) seit dem 1. April unter dem Dachverband Danish Meat Association (DMA) die dänischen Schweinproduzenten und Schlachtbetriebe. Dabei bleibt Danske Slagterier auch künftig juristisch und wirtschaftlich selbstständig. Geschäftsführerin von Danske Slagterier und DMA ist Christina Hvid. Grund für die Zusammenlegung sind Einsparungen sowie positive Synergieeffekte in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Lebensmittelsicherheit, Veterinärinteressen, Marktzugang und Marketing sowie Verwaltung und Wirtschaft.
Ca. 9.700 Betriebe produzieren in Dänemark jährlich 25,7 Mio. Schweine bzw. 2 Mio. t Schweinefleisch. 90 % des Fleisches werden in über 140 Länder weltweit exportiert. Diese große Nachfrage führt die DMA auf die hohe Qualitäts- und die strengen Food Safety Standards zurück. Diese sind seit 1995 im Danish QSG-Handbuch festgeschrieben. Es regelt die Anforderungen für die Primärproduktion, den Transport, die Aufstallung und Betäubung im Schlachtbetrieb, das Schlachten und die Zerlegung der Schweine sowie die Salmonellen und Rückstandskontrollen und die Rückverfolgbarkeit. Unabhängige Kontrollinstitutionen prüfen jeden Prozessschritt. Ein großes Augenmerk wird dabei auf das Tierwohl gelegt. So beträgt die Transportzeit vom Aufzuchtbetrieb bis zum Schlachthof in 95 % der Fälle max. zwei Stunden betragen. Die Sterblichkeitsrate der Tiere während des Transports liegt unter 0,01%, womit Dänemark eine Vorreiterrolle einnimmt. Mit dem GRMS (Global Red Meat Standard) geht Danske Slagterier einen Schritt weiter. Dieser neue Standard, dessen Zeitpunkt der Umsetzung noch nicht klar ist, umfasst die Schlachtung, die gesamte Zerlegung sowie die Vorbereitung von Fleischprodukten zur Verarbeitung von z.B. Salzen oder Fettschmelzen. Gegenüber den kommerziellen Standards (BRC/IFS etc.) hat GRMS neben dem horizontalen auch einen vertikalen Zugang. Dadurch liegen auch die Bereiche Transport, Aufstallung, Betäubung und Grob- und Feinzerlegung im Fokus des Anforderungskatalogs und der Überprüfung.
93,3 % der Schweine werden von der Gesellschaft Danish Crown geschlachtet, der Rest von Tican.

Von der Schlachtung bis zur Verarbeitung
Danisch Crown ist der weltweit größte Schweinfleischexporteur und erwirtschaftet durch den Export 3,7 Mrd. Euro. Etwa 100 Vertriebstellen und Herstellungsbetriebe gehören zu dieser Schlacht- & Verarbeitungsgesellschaft, die dadurch 17.000 Mitglieder bzw. 28.500 Mitarbeiter zählt. Wichtigste Exportmärkte sind neben Japan, Deutschland und England.
Zu einem der modernsten und größten Schlacht- und Verarbeitungsbetriebe gehört der im Mai 2005 offiziell eröffnete Danish Crown-Betrieb in Horsens. In enger Zusammenarbeit mit dem Dänischen Forschungsinstitut entstand dort ein Prototyp für die vollautomatische Schlachtung und Zerlegung.
Auf 78.000 m2 werden dort 68.000 pro Woche Schweine geschlachtet, wobei mittelfristig eine Erhöhung auf 77.000 Schlachtungen geplant ist. Beginnend beim Schlachtprozess, für die die Schweine in Gruppen automatisch in die Betäubungsbuchten getrieben werden, bis zur Verpackung sind Industrieroboter im Einsatz. Die rd. 1.100 Mitarbeiter sind an Schlüsselpositionen und in der Feinzerlegung im Einsatz (siehe Fleischerei Technik 5-6/06). Ziele des Entwicklungsprojekts sind ein vollautomatisierte Schlachtlinie bis 2007 sowie eine automatisierte Grobzerlegung und eine teilautomatisierte Feinzerlegung bis 2008. Das geplante Entwicklungsbudget wird bis zum Abschluss des Projekts insgesamt 40 Mio. € betragen.
Eine Tochter des Danish Crown-Konzerns ist u.a. die Tulip Food Company, welche an zehn Standorten in Dänemark und Deutschland (Schüttdorf und seit 2004 Oldenburg), SB-Fleisch und Convenience-Produkte herstellt und damit im 2004/2005 rund 661,2 Mio. € erwirtschaftete. Der Produktionsbetrieb in Oldenburg teilt sich Tulip mit Danish Crown. Während Danisch Crown dort u.a. SB-Fischfleischprodukte wie Minutensteaks, Hackfleisch oder Kammkotelettes produziert, stellt Tulip Brühwurst und Bacon her. Zum Gesamtsortiment der Gesellschaft zählen zudem Hackfleischprodukte, Konserven, Schinken, Suppen, Klößchen, Aufschnitt, Toppings, Fertigerichte, Frikadellen und Hamburger, Leberpastete und Schnitzel. Dabei werden die Produkte zu 62% über die Konzernmarken Tulip, Danish Prime, Gøl, Pålækker, Steff Houlberg, Den Gode mou Suppe, Den Grønne Slagter und Livreter vertrieben. 38% gelangen über Handelsmarken an den Verbraucher. Wagenseil

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