Der Nachwuchsmangel im Fleischerhandwerk ist allgegenwärtig. Daher rücken die Initiatoren des 8. „Rhöner Wurstmarktes“ am 8./9. Oktober 2016 in Ostheim v.d. Rhön das Thema in den Fokus – u. a. mit einer Wurstschauküche im Rathaus. „Das Metzgerhandwerk hat viele Betriebe bedingt durch den Preiskampf mit den Supermärkten verloren. Die Metzgereien, die noch am Markt sind, sind leistungsstarke und innovative Betriebe, die gut ausgelastet sind. Um die Vielfalt unserer guten Fleisch- und Wurstwaren zu erhalten, braucht es ein starkes Metzgerhandwerk. Das entscheidet das Kaufverhalten der Bevölkerung mit“, betont Hugo Neugebauer, Präsident der HWK Unterfranken, aus eigener
Kein Knochenjob mehr
Die Wurstschauküche mit Demonstrationen aus dem Handwerksalltag soll das Interesse junger Menschen für den Beruf des Metzgers oder des/der Metzgereifachverkäufers/-in wecken. Ebenso wird eine Infothek mit Broschüren und Filmen eingerichtet. „Der Beruf des Metzgers ist kein Knochenjob mehr“, sagt Anton Koob, Obermeister der Metzgerinnung Rhön-Grabfeld und Mitorganisator der Veranstaltung. Durch die moderne Ausstattung der Wurstküchen sei die Arbeit viel leichter und ergonomischer geworden, unterstreicht er.
„Holen Sie junge Leute ins Praktikum und schaffen Sie in Ihrem Betrieb ein Wohlfühlklima“, empfiehlt auch der Ostheimer Metzgermeister Andreas Ortlepp (41) und ergänzt: „Ein moderner Auftritt und trendige Produkte wie Dry Aged-Steaks machen einen Betrieb attraktiv für die Ausbildung“, weiß der Besitzer der seit über 70 Jahren bestehenden Traditionsmetzgerei mit Partyservice. Auch Facebook ist seiner Erfahrung nach ein ideales Medium für eine zeitgemäße Außenwirkung. Nachwuchskräfte will er nun mit Unterstützung Sozialer Netzwerke finden. www.rhoener-wurstmarkt.de, www.metzgerei-koob.de
Foto: Tonya Schulz