Wien/Groß St. Florian. Die Wurstwoche 2009, die vom 19. bis 24. Oktober stattfindet, steht ganz im Zeichen des meisterlichen Handwerks des Fleischergewerbes. Mit der Themenwoche wollen die Bundesinnung der Fleischer und die Lebensmittelakademie die Kunden stärker für das Handwerk und die Regionalität der Produkte sensibilisieren. Immer noch gibt es heimische Meisterbetriebe, die beispielsweise kesselfrische Würstel oder dutzende verschiedene Würste anbieten. Viele regionale Schmankerl wären längst ausgestorben, wenn es den örtlichen Fleischerbetrieb nicht gäbe.
"Der gewerbliche Fleischermeister hat aus
meiner Sicht einen ganz wesentlichen Vorteil gegenüber allen Supermärkten: Er
ist der absolute Experte, der für die Qualität der von ihm selber gefertigten
Produkte steht", meint Dr. Reinhard Kainz, Geschäftsführer der
Bundesinnung der Fleischer. Der Kunde müsse sich bei Fragen nicht an irgendeine
unpersönliche Hotline wenden und werde auch nicht von einer Stelle zur nächsten
weitergereicht. Vielmehr kann er persönlich mit dem Meister sprechen, der zudem
auch immer einen Vorschlag zur Verarbeitung liefert. Ein wesentliches Argument,
das für den handwerklichen Fleischerbetrieb steht, ist die geschmackliche
Vielfalt der Produkte. "In den Regalen der Supermärkte findet man heute
vom Boden- bis zum Neusiedlersee teilweise identische Produkte ein- und
desselben Herstellers", so Kainz. Neben dem Argument des
Einheitsgeschmacks sei damit die regionale Wertschöpfung nicht mehr vorhanden.
"Wir sind der festen Überzeugung, dass die regionalen
Wertschöpfungskreisläufe unterstützt und gestärkt werden müssen. Denn nur dann
gibt es wettbewerbsfähige Betriebe, die Arbeitsplätze und Lebensqualität in der
Region sichern." Für den Einkauf beim
gewerblichen Fleischer spricht auch die Tatsache, dass Fleisch- und Wurstwaren
in der Bedienung im Schnitt günstiger sind als in Supermärkten. Zudem ist der
meisterliche Laden auf jeden Fall die authentische, nachvollziehbare
Alternative. "Außerdem bekommen Sie im Fachgeschäft Spezialitäten, die man
in keinem Lebensmittelmarkt bekommt. Denken wir nur an das beliebte Spanferkel
oder an die regional sehr unterschiedlich zusammengesetzte Produktvielfalt, die
Fleischer in ihrem Sortiment führen." So gebe es etwa Betriebe, die mehr als
sechs Leberkäsesorten oder mehr als ein Dutzend verschiedene Blutwürste führen.
Seit der Wurstwoche liegen
in den Fleischerfachgeschäften Info-Folder und Plakate auf, welche die
Diskrepanz zwischen den schier unendlich großen Warenlagern in den Märkten, den
damit verbundenen, weiten Transportwegen und dem hervorragend auf die
Bedürfnisse der Menschen zugeschnittenen Angebot des gewerblichen Fleischers
klar aufzeigen. "Beim Fleischer steht der Mensch – vor und hinter der
Verkaufstheke – im Mittelpunkt", so Kainz abschließend. Das Projekt zu den Brot-
und Wurstwochen wird vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
(BMWFJ), von der Wirtschaftskammer Österreich, von der AMA- Marketing und von
der EU kofinanziert und vom Projektpartner Volksbank unterstützt.