Polystyrole sind Kunststoffe, die auch für Lebensmittelkontaktmaterialien wie Verpackungen oder Geschirr eingesetzt werden. Bei der Herstellung entstehen neben Polystyrol auch kleinere Moleküle (Styrol-Oligomere), die aus dem Material in das Lebensmittel übergehen können.
Von einem Labor der amtlichen Lebensmittelüberwachung wurde ein Übergang (Migration) von Styrol-Oligomeren bis zu 51 Mikrogramm je Kilogramm Lebensmittelsimulanz (μg/kg) gemessen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat bewertet, ob von diesen Übergängen ein Gesundheitsrisiko für Verbraucherinnen und Verbraucher ausgeht.
Insgesamt ergibt sich auf Grundlage von publizierten toxikologischen Daten, dass bei Übergängen von Styrol-Oligomeren in der gemessenen Höhe auf Lebensmittel keine gesundheitlichen Wirkungen anzunehmen sind.
Materialien für den Lebensmittelkontakt dürfen entsprechend den geltenden gesetzlichen Rahmenvorschriften bei normaler oder vorhersehbarer Verwendung keine Stoffe auf Lebensmittel abgeben, die geeignet sind,
• die menschliche Gesundheit zu gefährden,
• eine unvertretbare Veränderung der Zusammensetzung der Lebensmittel herbeizuführen oder
• eine Beeinträchtigung von Geruch, Geschmack, Textur oder Aussehen der Lebensmittel herbeizuführen (sogenannte organoleptische Eigenschaften).
Spezifische rechtlich verbindliche Regelungen gibt es derzeit zum Beispiel für Kunststoff. Das BfR veröffentlicht in einer kostenlosen Datenbank Empfehlungen für die Herstellung von Materialien, die keiner spezifischen gesetzlichen Regelung unterliegen.
Foto: Colourbox.de