Das Kernthema „Zentrag 4.0“ und die damit verbundenen digitalen Konsequenzen und Herausforderungen standen im Fokus der Generalversammlung der Zentrag eG, Zentralgenossenschaft des europäischen Fleischergewerbes, in Braunschweig.
Neben seinen Ausführungen zum Geschäftsbericht 2016 betonte Zentrag-Vorstandssprecher Anton Wahl, dass die Digitalisierung weiter voranschreitet – auch im Fleischerhandwerk und den Fleischergenossenschaften. Zentrale Fragen seien, wie und wo werden Endverbraucher Lebensmittel und Fleisch einkaufen? Wie muss man sich als Verband und Verbund auf diese Veränderungen einstellen? Jedem müsse klar sein, dass es kein analoges Geschäft mehr ohne digitale Anbindung geben werde: „Auch wir müssen diese Transformation weiter energisch angehen, indem wir digitale Mehrwerte schaffen – als Einzelunternehmen und als genossenschaftliche Gruppe.“
Diesbezüglich legte die Zentrag eG ein umfassendes Aktionsprogramm zum Thema 4.0-Anforderungen auf, das erweitert wird. Zur zukunftsorientierten 4.0-Perspektive zählen u.a.: neue Homepage, Website-Gestaltung für angeschlossene Wirtschaftsorganisationen, Online-Newsletter, Webinare, digitales Aktionsportal sowie LMIV-Panel und Gilde-Versandshop, an dem sich 22 Mitglieder beteiligen. Michael Boddenberg, Aufsichtsratsvorsitzender der Zentrag eG, skizzierte die stabilen Verhältnisse im deutschen Fleischerhandwerk und verwies dabei auf die Konzentration in der Fleischwirtschaft und im Lebensmitteleinzelhandel. Es gelte, die Anstrengungen in der Nachwuchsgewinnung und -förderung weiter zu forcieren.
Gutes Geschäftsjahr
Trotz der schwierigen Marktbedingungen knüpfte die Zentrag eG mit ihren angeschlossenen 50 Wirtschaftsorganisationen 2016 an die gute Ertragsentwicklung der Vergangenheit an. Es wurde ein Umsatzvolumen von 277,4 Mio. Euro (+0,5 %) erzielt. Nicht konsolidiert wurden die Umsätze der Gilde Südwest. Leicht positiv war die Entwicklung im Eigengeschäft mit 109,6 Mio. Euro ( +0,7 %, Vorjahr: 108,8 Mio. Euro). In den Warenbereichen konnten die Segmente Fleisch/Geflügel mit 1,3 % und Lebensmittel mit 1,1 moderat zulegen. Nur der Bereich Maschinen/Fleischereibedarf verzeichnete einen Umsatzrückgang (-2,6 %). 2016 betrug die Zahl der Mitglieder 97, darunter auch Verbände und Innungen aus dem Fleischhandwerk. Der Gruppenumsatz aller 48 angeschlossenen Wirtschaftsorganisationen betrug ohne Schweiz und Frankreich 846,479 Mio. Euro (+1 %). Zulegen konnten sie bei Fleisch (+3,1 %), Geflügel (+0,3 %) und Produktion/Dienstleistung (+22,9 %), während bei Lebensmitteln (- 0,6 %) und Maschinen/Fleischereibedarf (- 0,3 %) Rückgänge erfolgten. Die Beschäftigtenzahlen der Mitgliedsbetriebe stiegen von 2.376 auf 2.425. Die Höhe der Sachinvestitionen betrug ca. 11,4 Mio. Euro.
Planmäßige Erträge
Die für das Jahr 2016 prognostizierten Umsätze wurden aufgrund der Umsatzausweitung bei Bestandskunden und Neukunden mehr als erfüllt. Das Jahresergebnis lag über dem geplanten Niveau. Der Jahresüberschuss von 523.113 Euro reicht für die satzungsgemäße Rücklage von 104.622 Euro aus. Mit dem verbliebenen Bilanzgewinn von 418.490 Euro können die Dividende in Höhe von 2,5 % für den ersten und 4 % für die weiteren Anteile sowie eine Sonderdividende „70 Jahre Zentrag“ an die Mitglieder ausgeschüttet werden. Das Geschäftsjahr 2017 laufe nach Plan. Ziel sei es, das Eigengeschäft um 2 % zu steigern und bei rückläufiger Zentralregulierung ein Betriebsergebnis von 508.000 Euro zu erwirtschaften.
Neuwahlen des Aufsichtsrates
Wilfried Morawitzky (Pulheim), Wolfgang Hartl (Wals-Siezenheim) und Volker Schmitt (Offenburg), die turnusgemäß aus dem Aufsichtsrat ausschieden, wurden von der Versammlung einstimmig wieder hineingewählt. Heinz-Werner Süß (Weisenheim) schied aus Altersgründen aus. Sein Nachfolger ist Martin Fuchs, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Fleischer-Verbandes. www.zentrag.de
Foto: Zentrag eG