DFV-Präsident: „Noch breiter vernetzt sein.“

Zum Jahreswechsel blickt der Präsident des Deutschen Fleischer-Verband, Herbert Dohrmann, auf das vergangene Jahr zurück und fordert von der Politik mehr Sacharbeit. Hier der Wortlaut des Textes (aus der DFV-App) vom 25. Dezember 2024.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die arbeitsreiche Vorweihnachtszeit liegt hinter uns und ich hoffe, dass Sie jetzt an den Feiertagen Zeit und Ruhe finden, etwas durchzuatmen. Viele von uns hatten diesmal im Weihnachtsgeschäft gemeinsam mit den Mitarbeitern und Mittarbeiterinnen noch etwas mehr zu tun als in früheren Jahren, denn die Personaldecke ist vielerorts nach wie vor sehr dünn. Da ist manches Mal die Grenze des Leistbaren erreicht gewesen.

So schwer der Personalmangel belasten mag, das Erfreuliche ist, dass die Kunden nach wie vor in großer Zahl zu uns kommen. Diesen Zuspruch merken wir an unseren Theken, nicht nur im Weihnachtsgeschäft. Und er zeigt sich auch in großflächigen Untersuchungen. Es sei erinnert an den Ernährungsreport des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, der im Herbst veröffentlicht wurde. Die Daten belegen eindeutig, dass sich die Menschen eben nicht vom Fleisch abwenden. Gerade bei den Jüngeren nimmt der Zuspruch zu. An dieser Tatsache ändern auch die vielen ideologiegetrieben Uminterpretationen der Zahlen nichts.

Diese Entwicklungen machen Mut und geben allen Anlass, zuversichtlich zu sein, trotz aller Herausforderungen, die selbstverständlich nicht ausgeblendet werden sollen. Worauf wir vor allem nach wie vor warten, ist ein besseres politisches Umfeld. Die bleiernen Jahre der Ampel sind nun endlich vorbei, die Frage ist aber, was kommt. Wer auch immer die Wahl gewinnen wird, allein das Austauschen von Köpfen wird nicht ausreichen. Es muss ein grundlegender Politikwechsel her – im Stil und vor allem inhaltlich.

Das Wichtigste wird sein, die politischen Entscheidungen von ideologischen Einflüssen zu befreien. Es ist nicht Aufgabe der Politik, die Menschen in ihrem Sinne zu erziehen zu wollen. Auch macht es keinen Sinn, unter der Vorgabe von mehr Transparenz immer neue Dokumentations- und Kennzeichnungsregelungen zu erfinden. Es muss endlich wieder ein vernünftiger Ausgleich zwischen ökologischen, sozialen und ökonomischen Aspekten stattfinden. Es wird höchste Zeit, dass sich in Gesetzen widerspiegelt, dass ohne eine funktionierende Wirtschaft auch die Umwelt und der gesellschaftliche Zusammenhalt in höchstem Maße gefährdet sind.

Wir brauchen Politikerinnen und Politiker, die seriös, sachkundig und mit dem Blick für das ganze Land regieren. Und unsere Aufgabe wird sein, diese Verantwortlichen immer wieder daran zu erinnern, dass wir ein funktionierendes Fleischerhandwerk brauchen, wenn die Menschen mit gesunden, nachhaltigen und genussreichen Lebensmitteln versorgt sein sollen.
Wir waren früh dran, unsere Forderungen zur Bundestagswahl zu formulieren und in die politischen Debatten einzubringen. In einer besonderen Form, die vom üblichen Papierberg abweicht, haben wir alle aktuellen Bundestagsabgeordneten mit unseren Positionen versorgt. Jetzt kommt es darauf an, dass wir auf allen Ebenen Kandidaten ansprechen und unsere Argumente vortragen.

Nach der Wahl werden wir dann in unserer politischen Arbeit noch besser aufgestellt sein als zuvor. Am 1. März 2025 wird das Hauptstadtbüro des Deutschen Fleischer-Verbands an den Start gehen. Wir werden dann noch dichter dran sein, noch besser reagieren können und noch breiter vernetzt sein. Dann kommen zu dem guten Zuspruch der Kunden hoffentlich endlich solche Rahmenbedingungen dazu, die uns ein verlässliches und zukunftssicheres Arbeiten ermöglichen. Das ist unser Ziel für 2025 und die folgenden Jahre.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, Ihren Familien und Ihren Beschäftigten zum Jahreswechsel viel Gesundheit und Wohlergehen sowie natürlich Schaffenskraft und viel Erfolg. 

Ihr Herbert Dohrmann

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