Zum vierten Mal seit 2013 kommt die bayerische Weißwurstkönigin aus Franken: Julia Böbel (27) aus der gleichnamigen Metzgerei aus Georgensgmünd-Rittersbach in Mittelfranken im Landkreis Roth. Zum dritten Mal in Folge wurde die bayerische Weißwurstkönigin am „Geburtstag der Weißwurst“ (22. Februar) von der Metzger-Innung ArberLand in der Metzgerei von Obermeister Stefan Einsle sowie dem Bayerischen Weißwurst-Botschafter und Erfinder dieser „Regentin“, Albert „Bertl“ Fritz, gekürt. Neben ihnen in der Jury saß die bisherige Weißwurstkönigin Sophie I.
Julia Böbel – nun für ein Jahr Julia I. – brachte ihre Bewerbung Ende Januar persönlich vorbei, nachdem sie sich vor zwei Jahren schon einmal für dieses Ehrenamt beworben hatte. Nun klappte es.
Julia I.

Die Fleischerin lernte in der Fleischerei Scheller (Hannover), begleitend zu ihrem Studium Lebensmittelmanagement an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (2019-2023). Beides schloss sie sehr erfolgreich ab, wurde 2023/2024 in die Nationalmannschaft des Fleischerhandwerks berufen und erwarb 2025 ihren Meistertitel an der Fleischerschule Augsburg. Nun leitet sie die Wurstküche im Betrieb der Familie – zu dem auch das „Bratwursthotel“ gehört. Auch ihr Großvater Willy Böbel, Obermeister der Metzger-Innung Mittelfranken-Süd, ihre Eltern Claus und Monika, Schwester Katharina und weitere Mitarbeiter und Familienmitglieder waren anwesend. „Es ist mir eine Ehre, die Weißwurst, unser Handwerk und unsere Berufe zu präsentieren und darauf aufmerksam zu machen“, betonte sie nach ihrer Ernennung. Im kobalt-königsblauen Dirndl wird sie in den kommenden zwölf Monaten zahlreiche Termine wahrnehmen. Außerdem wird sie ab Mitte März zweimal pro Monat ein „Weißwurst-Frühstück zum Mitmachen“ inkl. Herstellung in der Metzgerei anbieten. „Jeder und jede kann dann seine bzw. ihre selbst hergestellte Weißwurst genießen“, sagt sie.
Rückblick der Vorgängerin

Auch für Albert „Bertl“ Fritz, war die elfte Krönung wieder ein besonderer Moment. Er dankte Sophie Braumiller vom Braumiller-Hof im Landkreis Fürstenfeldbruck für ihr Engagement. Sie absolvierte mehr als 85 Termine. „Ich denke, ich hatte nur zwei oder drei Wochenenden keinen Termin, aber ich habe sehr viele gute Erfahrungen dabei gemacht“, sagte sie und dankte ihrer Familie für den Rückhalt und Organisation. Besonders setzte sie sich für den Branchennachwuchs ein, veranstaltete u.a. ein Hoffest und machte zahlreiche Betriebsführungen mit Kindern in ihrer Hofmetzgerei, die teilweise in Bussen zum Hof kamen. „Viele Kinder sind begeisterter von unserem Handwerk als manch einer denkt“, betonte sie. Und: „Ein Weißwurstfrühstück ist ein Symbol für Zusammenhalt in Bayern und anderswo.“
Politiker zu Gast

Erstmals anwesend war Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), der das Engagement der Metzger-Innung ArberLand und der Weißwurstköniginnen lobte. „Ihr präsentiert euren Beruf positiv in der Öffentlichkeit“, sagte er: „Bayerns Metzger sind für ihre Region unerlässlich.“ Die rund 50 Gäste applaudierten. Weitere Ehrengäste waren der ehemalige bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, der Landrat des Landkreises Regen Ronny Raith und der zweite Bürgermeister von Bodenmais, Jochen Koller. Besondere Dankesworte richteten Stefan Einsle und „Bertl“ Fritz an die Sponsoren: vor allem an Astrid Söll Dirndl Culture, das zum elften Mal ein Dirndl gratis zur Verfügung stellte, sowie die Firmen Seydelmann, Bienek Fleischgroßhandel, Wiberg/Gewürzmüller (NovaTaste), Handtmann Maschinenbau, Privatbrauerei Falter u.a.
Traditionell begleitet mit zwölf Böllerschüssen zum Beginn und zum Abschluss der „Teisnacher Böllerschützen“ und musikalisch umrahmt von den „Silberbergsängern“ ließen sich alle nach „Weißwurst-Hymne“ und Bayern-Hymne kesselfrische Weißwürste, Brezn und Weißbier schmecken.
Im Bild ganz oben (v.li.): Obermeister Stefan Einsle, Sophie I., Landwirtschaftsminister a.D. Helmut Brunner, „Bertl“ Fritz, Julia I., Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Landrat Ronny Raith, 2. Bürgermeister Bodenmais Jochen Koller
Text und Fotos: Marco Theimer