Rund um die Uhr: Wer im oberbayerischen Peißenberg Lust auf eine zünftige Brotzeit hat, findet in „Landler’s BrotzeitAlm“ seit Mai 2025 stets die richtigen Zutaten dafür.
Warum entscheidet sich die junge Geschäftsführung einer Schinkenmanufaktur dazu einen 24/7-Shop zu eröffnen? Da sie so ihre und andere Spezialitäten auch der regionalen ansässigen Bevölkerung anbieten kann. Die „BrotzeitAlm“ gegenüber einer Kirche in einem Schulviertel grenzt an den Vorbau des Firmengebäudes, direkt neben dem Warenausgang. „Wir suchten nach einer Lösung für den ehemaligen Werksverkauf“, sagt Franziska Schalk (29), Metzgermeisterin und Betriebswirtin im Handwerk, die das Unternehmen mit Franz Petregger jun. (38), technischer Kaufmann, seit 2023 führt.
Viel in Eigenleistung
Anstelle einen ihrer Ansicht zu unpersönlichen, normalen Verkaufsautomaten aufzustellen, wurde die Idee zum 24/7-Shop, nachdem sie einen zum Verkauf stehenden Bürocontainer mit großer Fensterfront in einem Nachbarort gesehen hatten, immer konkreter. „Die Kunden sollen ihr Stück Schinken oder ein anderes Produkt in die Hand nehmen und begutachten bevor sie es kaufen“, sagt Franz Petregger. Ende 2024 wurde der 5 t schwere Container gekauft und innerhalb von zehn Tagen vor der Eröffnung neben dem Tagesgeschäft ausgebaut. Er verfügte über den Bodenbelag und eine Klimaanlage. In Eigenleistung entstanden im Inneren die Holzverkleidung, elektrische Leitungen und zwei Holzregale. Almhütten-Flair ist spürbar.
Einkauf nur via App

Im Holzregal links der drei Kühlschränke mit Doppeltüren befindet sich in hölzernen, offenen Kisten eine reichhaltige Auswahl der Schinkenspezialitäten Tiroler Art der Manufaktur in unterschiedlicher Grammatur. Die Kühlschränke enthalten u.a. Schinken (aufgeschnitten in 100g-Schalen), Handelswaren wie Käse (Allgäu od. Tirol), Knödelvariationen, Kaminwurzn, Portionswürste, Eier eines Bauernhofs aus dem Nachbarort, Leberkäse, Presssack, Würstchen und Präsentkörbe. In den kälteren Monaten Gulaschsuppe oder Sauerkraut im Beutel, von Frühjahr bis Herbst Grillspezialitäten. Im rechten Holzregal: Vinschgauer, Schüttelbrot, Nudeln aus Südtirol, Grissini, Senf, Pasteten im Glas. Sogar Einweggrills gibt es.
„Wir wollten für unseren Kunden das perfekte, praktische System und entschieden uns für das Start-up Lokbest“, berichtet Franz Petregger. In der App inkl. 24/7-Verkaufssoftware legten sie alle Produkte und generierten danach QR-Codes zum Etikettieren. Und wie kauft man ein? Ein Kunde lädt sich die App herunter, registriert sich mit Namen und E-Mail und betritt via QR-Code im Smartphone und kostenlosem Lesegerät den Shop „Zuhause sieht er, ob das, was er möchte, auch da ist“, sagt Franziska Schalk. Danach scannt er via Handy QR-Codes auf den Produkten, die im virtuellen Warenkorb landen und bezahlt via ApplePay, PayPal oder Karte. Zwei Kameras, die auf Bewegung reagieren, überwachen das Ganze.
Viele Vorteile

Zu den Vorteilen des Systems sagt Franz Petregger: „Keine Anschaffungskosten, einfache Bestandspflege, Umsatzanzeige in Echtzeit und man weiß, wer im Shop ist.“ Auch Push-Benachrichtigungen sind möglich. Lokbest erhält eine überschaubare monatliche Lizenzgebühr und 2 % Provision vom Nettoumsatz. Eine Vorabregistrierung auf einer Website wie bei anderen Systemen ist nicht nötig. „Die stärksten Tage sind die Wochenenden, Feiertage und wenn wir auf Social Media dafür werben“, so Franziska Schalk. Die „BrotzeitAlm“ – der alte Name des Webshops für Privatkunden – sei ein Prototyp, sie sammeln Erfahrungen und eine Erweiterung möglich. Marco Theimer