
Seit 1910 ist die Metzgerei Hennche, die seit 1998 in dritter Generation von Klaus Bräuer geführt wird, in Siegen ein Qualitätsbegriff. 1992 hatte der jetzt 38-jährige Fleischermeister unabhängig vom elterlichen Geschäft bereits die Hennche Fleisch- und Wurstwaren GmbH, einen Produktions- und Zerlegebetrieb, gegründet. Seitdem ist diese Firma beträchtlich gewachsen, so dass nur noch 30 Prozent des Umsatzes mit der Belieferung der Hennche-Geschäfte realisiert werden. Kunden aus dem GV-Bereich, Handelsagenturen und der Lebensmitteleinzelhandel sind die übrigen Abnehmer der Fleisch- und Wurst-Produkte.
Bewusster Verzicht auf Restaurant und Partyservice
Den Expansionskurs versteht er auch als Absicherung im Sinne der Risikostreuung. Das ist sehr sinnvoll, denn so wird man flexibler und ist nicht mehr von einem Geschäft abhängig, formuliert er sein Credo. Bräuer hat sich jedoch auch Grenzen gesetzt, denn mehr als zwei bis drei Geschäfte sollen nicht mehr hinzu kommen. In seinen Augen ist eine Ausdehnung aber nur möglich, wenn er sich auf die Produktion mit 30 Angestellten und das klassische Fleischergeschäft konzentriert. Dazu zählt er auch den Käseverkauf. Etwa 25 Sorten darunter etliche Spezialitäten werden den Kunden offeriert. Mit großem Erfolg, denn etwa acht Prozent des Umsatzes gehen auf Molkereiprodukte zurück.
Auch die Heiße Theke wird nur in abgespeckter Version beispielsweise mit Auflauf, Schnitzel oder Frikadellen angeboten. Komplette Menüs haben wir nicht im Sortiment, obwohl wir das im renovierten Hauptgeschäft könnten. Aber nebenan liegt das an einen früheren Koch von uns verpachtete Hotel-Restaurant, deshalb verzichten wir darauf, so Bräuer.
Ein Frühstück oder kleine Mahlzeiten für zwischendurch bekommt man jedoch im neuen Geschäft an der Heißen Theke. Wer sie in dem Geschäft, das durch seine warmen Farben zum Verweilen einlädt, zu sich nehmen will, kann sich an dem Stehtisch platzieren.
Gutes Klima und geringe Austrocknung
Das Regal mit dem Zusatzsortiment und die offenen Kisten mit deutschen Weinen sind weitere Blickfänge, doch Prunkstück der Ausstattung ist die neue Theke die HaeCool plus 10, die aus der HaeCool plus 8 entwickelt wurde. Wir sind sehr stolz auf die Theke sagt Kurt Hämmerle, Geschäftsführer des Hannoveraner Ladenbauers Haeku. Sie verfüge über sehr gute Klimaverhältnisse und der Austrocknungsfaktor sei sehr gering, erklärt er Vorteile der Theke. Da die Luft in Höhe von zehn Zentimetern abgesaugt und wieder in den Kühlkreislauf gebracht werde, sei das Kühlbett vorne an der Scheibe erheblich höher und die Stapelhöhe größer, beschreibt Hämmerle die Technik.
Auch Bräuer ist sehr zufrieden mit seiner neuen Einrichtung, die innerhalb der zweiwöchigen Betriebsferien eingebaut wurde. Ein Manko hat er allerdings ausgemacht: der Geräuschpegel der Theke. Wir haben für dieses Problem jetzt eine Lösung gefunden. Es wird eine Schallschutzmaßnahme konstruiert, mit der das Möbel nachgerüstet wird, sagt Hämmerle und macht deutlich, dass Haeku etwaige Kritik seiner Kunden sehr ernst nimmt.
Schelle und konsequente Lösungen von Problemen werden auch bei Hennche groß geschrieben. So setzt man den Angeboten der Konkurrenz jede Woche sechs Artikel mit sehr aggressiven Preisen entgegen. Mit halbherzigen Preisnachlässen erreicht man nichts, erklärt Bräuer die allwöchentliche Aktion.
Dass man bei Hennche bereit ist, ungewöhnliche Wege zu gehen, zeigt auch der Internet-Auftritt. Wer www.hennche.de anklickt, ist überrascht, denn er sieht zunächst ein großes appetitliches Salatblatt und den Slogan Leute, esst Salat …. Erst auf der nächsten Seite ist das Produkt, um das es geht, zu sehen. Der entsprechende Text lautet: … mit einem gesunden Stück Fleisch von Hennche.