Im Jahr ihres 125-jährigen Bestehens investierte die Metzgerei Rauch in regionale Wertschöpfung. Die neue Produktionsstätte für Schlachtung und Zerlegung stärkt Tierwohl, Qualität und kurze Wege. Die Metzgerei ist seit jeher mit Handwerk und Landwirtschaft der Region verbunden. Heute wird der Familienbetrieb in fünfter Generation von Hans-Peter Rauch, seiner Schwester Ulrike Herb und seinem Sohn Patrick Rauch geführt. Ihr Anspruch: hochwertige Lebensmittel handwerklich erzeugen und Verantwortung für die Region übernehmen.
Zum Jubiläum wurde Anfang Juli eine neue Produktionsstätte für Schlachtung und Zerlegung eingeweiht. Rund 2,5 Mio. Euro investierte das Unternehmen in den Kauf und Umbau des Gebäudes, das gegenüber vom Stammhaus liegt. Die Investition folgt der Philosophie regionaler Kreisläufe: Landwirte aus einem Umkreis von maximal 50 km liefern ihre Tiere an oder lassen sie am Hof abholen. So bleiben die Transportwege kurz und Vermarktung sowie Wertschöpfung in der Region.
Rund 300 Quadratmeter
Im Mittelpunkt stehen moderne und tierschonende Abläufe. Der gesamte Schlacht- und Zerlegebereich mit hochwertiger Kühltechnik und Gefrierhaus umfasst rund 300 m2. Die tägliche Nutzkapazität liegt bei 30 Schweinen und fünf Stück Großvieh. Aktuell sind es pro Woche etwa 20 Schweine und fünf Stück Großvieh. Die Räumlichkeiten sind auf eine ruhige und tierschonende Schlachtung ausgerichtet. Über einen Treibgang, der zugleich der Sicherheit der Mitarbeitenden dient, gelangen die Tiere in die Tötungsbucht. Dort werden sie betäubt und anschließend geschlachtet. Beim Großvieh wird mit einem Deckenenthäuter Fell und Haut abgenommen. Die Tierkörperteile gelangen unmittelbar in die Kühlung. Das wirkt sich positiv auf die Fleischqualität aus. Im angrenzenden Zerlegeraum werden die Teilstücke fachgerecht für die Weiterverarbeitung vorbereitet. Hygiene, Lebensmittelsicherheit, Arbeitsschutz und Tierwohl wurden berücksichtigt. Allein rund 1,2 Mio. Euro flossen in die technische Ausstattung. Die Produktion entspricht damit aktuellen Anforderungen und Standards.
Festakt als Bekenntnis zur Region
Beim Festabend mit über 200 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Landwirtschaft und Handwerk würdigte Bayerns Wirtschaftsminister und stv. Ministerpräsident Hubert Aiwanger die Investition als klares Bekenntnis zum heimischen Standort. Die neue Halle sei ein Gewinn für Betrieb, Beschäftigte und Landwirtschaft, da regionale Vermarktungsstrukturen erhalten blieben. Mit Blick auf die nächste Generation sagte er augenzwinkernd: „Opa und Papa brauchen dich.“
Mehr als 1.000 Besucher nutzten am „Tag der offenen Tür“ die Gelegenheit, die neuen Räume zu besichtigen. Langjährige Mitarbeiter wurden für zehn, 15, 20 und bis zu 40 Jahre Betriebszugehörigkeit geehrt. Auch Ministerpräsident Markus Söder gratulierte der Familie per Videobotschaft. Den Abschluss bildete die kirchliche Segnung.