Elf Oldenburger Innungen begeisterten potenzielle Nachwuchskräfte auf der Vocatium-Messe mit ihrem Konzept “St(r)and des Handwerks”, darunter auch die Fleischer-Innung Oldenburg. Zwischen Beach-Bar und Sandstrand den Weg ins Handwerk finden? Warum nicht! Wer junge Menschen auf einer Ausbildungsmesse überzeugen will, muss investieren. Auf den deutschlandweit an 70 Standorten stattfindenden Vocatium-Messen sieht das anders aus: Schulklassen werden im Vorfeld vom Organisationsteam besucht und gezielt auf den Messebesuch vorbereitet.
Beratungstermine vorab
Die Schüler/-innen geben vorab auf der Basis des Ausstellerhandbuches Beratungswünsche zu einzelnen Berufen ab, die sie grundsätzlich interessant finden. Den daraus entstandenen Datensatz beackert eine Software, die sich um die Terminvergabe kümmert. Die Aussteller und die jungen Leute erhalten eine Woche vor der Veranstaltung eine durchgetaktete Liste ihrer gebuchten 20-minütigen Beratungstermine. „Das schafft Verbindlichkeit und das Buhlen um Aufmerksamkeit fällt weg. Hier geht es rein um den Beruf und die Inhalte”, erklärt Ricus Dirks, Mitarbeiter der Kreishandwerkerschaft Oldenburg und Verantwortlicher für den Auftritt der beteiligten Innungen.
Modernes Bild vom Handwerk
Die Betriebe der elf Innungen vereinbarten über 550 individuelle Beratungstermine – über 100 mehr als im Vorjahr. Das Handwerk gewinne bei der jungen Generation wieder an Bedeutung. „Wir wollten für die persönlichen Gespräche maximale Wohlfühlatmosphäre schaffen und einen Wiedererkennungswert schaffen, um zu zeigen, dass wir all das sind”, erklärt Ricus Dirks. Das St(r)andkonzept schafft nicht nur Urlaubsgefühle, sondern erfüllt wichtige Funktionen: Die zentral angeordnete Beach-Bar dient als „Verwaltungszentrale“, an der die Anwesenheit der jungen Besucher/-innen protokolliert wird. Ein kühles Getränk dort sorgt für Wertschätzung und überbrückt eventuelle Wartezeiten bis der oder die Berater/-in (Personen aus verschiedenen Innungsbetrieben) frei ist.
Expertise am Stand

Für die Fleischer-Innung Oldenburg beantwortete Philipp Meerpohl (li.) die Fragen der jungen Leute. Sitzgruppen aus Liegestühlen tragen das Branding der einzelnen Gewerke und liefern so entspannte Atmosphäre für die Gespräche. Zudem Sonnenschirme und ein sandfarbener Messeteppich.
Für die Expertise am Stand sorgen die Innungsbetriebe: Arbeitnehmer/-innen und Arbeitgeber/-innen führen Beratungsgespräche und stehen den potenziellen Talenten mit Erfahrungen aus erster Hand für Fragen zur Verfügung. Als Leitfaden dafür dienen gewerkspezifische Flyer, die per QR-Code auf das jeweilige Ausbildungsportal der Innung verweisen. Entscheidet sich einer der jungen Leute vor Ort für einen Beruf, stellt das exklusive Bewerbungstool der Oldenburger Innungen „AzubiConnect“ via Link den Kontakt zwischen regional ansässigen Ausbildungsbetrieben und der Interessentin bzw. dem Interessenten her.