Ein Tag voller Praxis, Austausch und Begeisterung für die Möglichkeiten moderner Lebensmittelverarbeitung erlebte die Nationalmannschaft des Fleischerhandwerks in der Maschinenfabrik Seydelmann in Aalen. Im Mittelpunkt dieses Besuchs standen nicht nur Maschinen und Technik, sondern die Menschen, die damit arbeiten – und die gemeinsame Leidenschaft für hochwertige Lebensmittel, innovative Herstellungsverfahren und echtes handwerkliches Können.

„Die Nationalmannschaft des Fleischerhandwerks steht für Leidenschaft, Qualität und höchste fachliche Kompetenz“, so Andreas Seydelmann, Geschäftsführender Gesellschafter. Nach der Begrüßung und einer Vorstellung ging es direkt in die Praxis. Im Kundencenter erlebten die jungen Gäste die Maschinen unter realen Bedingungen. Hier wird produziert, ausprobiert, diskutiert und weiterentwickelt. „Besonders wertvoll war der offene Austausch mit den Lebensmitteltechnologen und Mitarbeitern. Man merkt, dass hier nicht einfach Maschinen gebaut werden, sondern gemeinsam mit den Anwendern Lösungen entstehen,“ so Nationalmannschaftsmitglied Gina Benz.
Führung durch das Werk
Zum Auftakt des praktischen Teils es um die Schneidtrommel der Wölfe. Die Teilnehmer erhielten Einblicke ihre Funktionsweise, Einsatzmöglichkeiten und Potenziale. Danach wurde unter Hoch-Vakuum mit Messergeschwindigkeiten von 160m/s verschiedene Brühwurstbräte gekuttert. Das Ergebnis: Hotdog-Wiener und Fleischkäse – sehr fein, fester Biss. „Gelesen habe ich darüber schon, aber zu sehen, wie einfach mit kleinen Veränderungen in den Einstellungen, verschiedene Güteklassen produziert werden und wie viel Zeit und Arbeit so eingespart werden können – das hat mich umgehauen,“ war Nationalmannschaftsmitglied Lars Leopold überrascht. Auch der Normwagentumbler kam zum Einsatz, um u.a. Salate zu mischen und Steaks sowie Geflügelteile zu marinieren.

Die Werksführung gab umfassende Einblicke in die moderne Fertigung und hohe Fertigungstiefe des Unternehmens. Dabei wurde deutlich, wie die effiziente Serienfertigung von Maschinen für das Handwerk mit der kundenindividuellen Herstellung komplexer Anlagen kombiniert wird. „Wir haben erlebt, wie moderne Maschinentechnik uns dabei unterstützt und neue Möglichkeiten eröffnet, ohne den handwerklichen Anspruch aus den Augen zu verlieren. Es ist Wahnsinn zu sehen, wie viel Handwerk und Wissen in den Maschinen steckt, die wir wie selbstverständlich täglich im Einsatz haben,“ so Nationalmannschaftsmitglied Julia Böbel.
Dialog schafft Innovation

Danach wurde das, was zuvor auf den Maschinen entstanden war, gemeinsam verkostet. Die Mittagspause wurde so Teil des Praxistages. Am Nachmittag stand der Kutter im Fokus. Gemeinsam stellten alle etwa Kräuterbutter und Brötchenteig her. Weitere Anwendungsmöglichkeiten wurden vorgestellt. Der Kutter ist ein Sinnbild für die Vielseitigkeit moderner Lebensmittelverarbeitung: „Am Ende zählt das Ergebnis. Aber der Weg dorthin bietet unzählige Möglichkeiten, Prozesse zu verbessern, Produkte weiterzuentwickeln und neue Ideen umzusetzen. Es war spannend zu sehen, wie vielseitig die Maschinen eingesetzt werden können – weit über die klassische Wurstherstellung hinaus,“ sagte Nationalmannschaftsmitglied Lars Bendmann.
Zum Ende des Besuches wurden offene Fragen diskutiert, Erfahrungen ausgetauscht und Themen vertieft. Der Tag diente dem Dialog zwischen Menschen, die Lebensmittel herstellen, und Menschen, die die Technik dafür entwickeln. Für Seydelmann ist der Dialog von besonderer Bedeutung. Denn: Innovation entsteht nicht allein am Reißbrett, sondern da, wo Ideen auf Erfahrung treffen und Theorie in der Praxis bestehen muss. Die Zukunft der Lebensmittelherstellung entsteht dort, wo Menschen ihr Handwerk verstehen – und Mut haben, neue Wege zu gehen.