Berlin. Erfischungsgetränke sind im Trend. Kaffee und Tee auch. Nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke haben die Deutschen im vergangenen Jahr über 253 Liter nüchterne Flüssigkeiten zu sich genommen, 19 Prozent mehr als in 1999. Gut 40 Prozent davon entfallen auf Erfrischungsgetränke. Hier nahm der Verbrauch pro Kopf um rund 2,2 auf 105,9 Liter zu.
Stark im Trend liegen Wellness- und Convenience-Drinks. Das größte Umsatzplus machte die Getränkewirtschaft bei Fruchtsäften mit Kohlensäure: +33 Prozent auf 243 Mio. Liter. Stark nachgefragt werden auch Sport- und Energiegetränke: +20,7 Prozent auf 295 Mio. Liter.
Während Cola und Cola-Mischgetränke sowie Limonaden (Renner sind exotische Geschmacksrichtungen) im Verbrauch zulegten, musste die Getränkewirtschaft nach eigenen Angaben bei Tee (-12 Prozent), Kaffee und auch Mineralwasser (-6,9 Prozent) Rückgänge hinnehmen. Trotz des durchschnittlichen Plus bei der Absatzmenge stagnierten die Umsätze der Getränkehersteller (2000: ca. 17 Mrd. Mark). Die Branche sei von zunehmender Konzentration und Verdrängungswettbewerb gezeichnet, so die Wirtschafsvereinigung. Steigende Kosten würden durch Ökosteuer und erhöhte Aufwendungen für Marketing, Service, Vertrieb und Investitionen z.B. in PET-Anlagen verursacht.
Bei den Bieren indes sieht es düster aus. Von 1999 auf 2000 (Januar bis Oktober) fiel der Haushaltsverbrauch von Bieren (und Biermischgetränken) nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) von 15,9 leicht auf 15,8 Mrd. Mark.
Wein dagegen liegt klar in der Gunst der Verbraucher. Sein Anteil an den Verbrauchsausgaben für alkoholhaltige Getränke (ohne Bier) liegt inzwischen bei mehr als 46 Prozent. Ohne Wein hätte auch der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) Minus bei Alkoholika gemacht. Wein ist einem Umsatzplus von 3,7 Prozent (Jan-Okt 2000 gegenüber 1999) letzter Hoffnungsträger. Größte Verluste erlitten Sherry (-6,6 Prozent) oder Sekt/Champagner (-4,2 Prozent). Aber selbst Portwein (-3,6 Prozent) und weinhaltige Getränke (-3,7 Prozent) waren nicht mehr sehr gefragt.
Vermehrt versuchen ausländische Rotweinwinzer, Fuß zu fassen; insbesondere Rotweine aus Italien und der “Neuen Welt” seien im Trend, konstatiert die GfK. Doch dies habe auch den deutschen Rotwein – ein eher schwieriges Produkt – nach vorne gebracht. Weißwein dagegen stagniert und sein Anteil am Absatz im LEH ging um gut ein Prozent zurück.