
Die riesige Vielfalt auf dem inländischen Biermarkt ist laut Michael Scherer, Geschäftsführer der Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände, durch Übernahmen deutscher Unternehmen durch ausländische Brauereikonzerne nicht in Gefahr: Nach wie vor gibt es in Deutschland rund 1.200 Brauereien. Die Zahl der kleinen Gasthaus-Brauereien wächst sogar weiter, die Regionalität bleibt prägend." Im umkämpftesten Biermarkt der Welt sind laut Michael Scherer weiterhin Spezialitäten gefragt: Der Trend geht eindeutig zu milderen Biersorten." Bestes Beispiel seien Becks Gold und Jever Dark – Spezialitäten, die vor allem von Frauen gern getrunken werden. Auch regional sind die Biergeschmäcker unterschiedlich: Das alkoholstarke, süffige Bockbier (Alkoholgehalt: 6 bis 6,5%; Pils: ca. 4,8%) beispielsweise geht in den neuen Bundesländern wesentlich besser als in den alten, ist im Süden gefragter als im Norden und Westen.
Wiederentdeckt vom deutschen Biertrinker wird derzeit das dunkle Porter-Bier (Alkoholgehalt: um 5,5%). Besonders zahlreich sind die Anhänger des Guinness-ähnlichen Gerstensaftes mit wenig Schaum offensichtlich in Sachsen und Thüringen. Während Light-Biere auf dem deutschen Markt an Bedeutung verlieren, wächst die Palette der Biermischgetränke ständig weiter. Bei den aktuellen Geschmacksrichtungen steht Exotisches hoch im Kurs: karibische" Mischungen mit Rum oder Cipirinha (Cachaca) oder mexikanisches Flair mit Mezcal oder Tequila.
Spirituosenmarkt blieb stabil
Relativ stabil hat in im Jahr 2003 der Spirituosenbereich entwickelt. Im Trend lagen weiterhin markenorientierte klassische Importspirituosen sowie Nischenprodukte", berichtet Angelika Wiesgen-Pick, Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Deutschen Spirituosen-Industrie (BSI). Auch Spirituosen-Mix-Getränke waren im vergangen Jahr gefragt. Dabei setzte sich auf dem Spirituosenmarkt die unterschiedlichen Entwicklung in den verschiedenen Marktsegmenten fort: Die größten Marktanteile verbuchten weiterhin klare Spirituosen, Liköre und Weinbrände. Verstärkt nachgefragt wurden nach Analyse des Marktforschungsinstitutes A.C. Nielsen Halbbitterliköre, Wodka, Ostbrand, Korn, Whisk(e)y, Frucht- und Softspirituosen sowie Rum, Tequila und Cachaca.
Zuwachs bei Sport- und Wellness-Getränken
Kein einheitliches Bild ergibt sich bei den alkoholfreien Getränken: Durch den Super-Sommer konnten einige Probleme überlagert werden", berichtet Florian Sperling von der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke (wafg). So erzielten Fruchtsaftgetränke und Mineralwasser mit wenig Kohlensäuren hohe zweistellige Zusatzraten, während Energiedrinks mit Kohlensäure durch das Pfand auf Einwegverpackungen regelrecht abstürzten (rund -88%). Richtig populär wurden dagegen die Sportgetränke auf der Basis innovativer Rezepturen, beispielsweise mit Kalzium-, Magnesium- oder Vitaminzusätzen, und als absolute Renner erwiesen sich Wellness-Getränke mit einem Plus von 50%.