Österreichs Fleischwirtschaft ist krisenfest

Nach dem österreichischen Lebensmittelbericht 2010, der alle drei Jahre erscheint, ist die Fleischwirtschaft des Landes von der großen Krise unberührt geblieben, sehr im Gegensatz zur übrigen Lebensmittelwirtschaft. 2008 betrug der Produktionswert der ös­terreichischen Fleischwirtschaft ca. 3 Mrd. Euro, wovon die Fleischverarbeitung Anteile von 55,7 %, die Schlachthöfe (ohne Geflügel) 38,4 % und die Geflügel­schlachtereien 5,9 %.
Der Produktionswert erhöhte sich seither um 7,7 %, ebenso wie die Umsatzerlöse um 8,5 %.
Die Marktproduktion von verarbeitet­em und haltbar gemachtem Fleisch hatte einen Wert von 1,2 Mrd. EUR. Den größten Anteil daran ha­t das Schweinefleisch mit 59 % und das Rindfleisch mit 33 %. Un­ter der abgesetzten Produktion von verarbeitetem Fleisch nehmen die Wurstwaren mit 67 % den mit Abstand größten Anteil ein, gefolgt von sonstigem Fleisch mit 18 % und Schweinefleisch mit 12 %. Die Produktion von verarbeitetem und haltbar gemachtem Geflügel­fleisch erreichte einen Wert von 177 Mio. Euro.
Der Mengenabsatz von Fleisch im Lebensmitteleinzelhandel ist 2009 deutlich gestiegen .Geflügelfleisch wird gegenüber dunklem Fleisch zunehmend bevorzugt . Hühner-und Putenfleisch haben im Einzelhandel Verkaufsanteile von 12 % und 16 %, während Rind- und Kalbfleisch solche von 13 % und Schweinefleisch 31 % haben. Sonstiges Fleisch und Geflügel kommt auf 10 %.
Der größte Teil des privaten Fleischeinkaufes erfolgt im Supermarkt und erst dann bei den Metzgern, den Bauern durch Direkteinkauf und den Diskountern. Der Preis je kg lag für Rindfleisch Anfang 2010 bei 8,9 Euro, die Steigerung zu 2099 betrug 3,8 %. Die Preise für Geflügel- und Schweinefleisch hatten sich mit 5,7 Euro /kg nicht verändert.
Die Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels ist bedingt durch die hohe Unter-nehmenskonzent­ration und die starke Präsenz der Handelsketten, die über ihre Filialen bereits 92 % des Fleischabsatzes, 2000 waren es noch 66 %, und 94 % aller Wurstwaren verkaufen, 2000 waren es nur 80 %. Die hohen Anteile von Fleisch an Sonderaktionen im Lebensmitteleinzel­handel (Fleisch ist inzwischen die Aktionsware Num­mer 1) und die Marktanteile der Diskounter haben den Preisdruck noch gesteigert. Der Umsatz der Fleischereien, trotz ihrer Erfolge im Imbissgeschäft und im Verkauf von Convenience-Produkten, steigt deshalb seit Jahren nur mehr im Bereich von 0 bis 2 % und ist preisbereinigt seit 2003 gleichmäßig gesunken.
Die österreichische Versorgungsbilanz für Fleisch 2009 ist mit einer Marktversorgung von 109 % positiv. Der höchste Selbstversorgungs­grad wurde bei Innereien mit 247 % er­reicht, gefolgt von Rind- und Kalbfleisch mit 142 %. Der geringste Selbstversorgungs-grad besteht bei Geflügel-, Schaf und Ziegenfleisch mit je 72 %. Seit 2005 ist die Bruttoeigenerzeugung von Geflügel von 113.768 t auf 120.989 t gestiegen. Die höchste Bruttoeigenerzeugung besteht bei Schweinen mit 504.352 t gefolgt von Rind- und Kalbfleisch mit 217.354 t.

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