Preise für Schlacht- und Nutzvieh im 1. Halbjahr 2012 gestiegen

Bonn (AMI). Nach Auswertungen der AMI konnten sich Rindermäster bei den männlichen Tieren über rund 10 % höhere Preise freuen. Die Erzeugerpreise für Jungbullen der Klasse O3 lagen im Mittel des ersten Halbjahres bei 3,55 EUR/kg SG. Ursache dieser Entwicklung ist weniger angebotsbedingt, als vielmehr dem regen Wettbewerb der Schlachtereien um den Rohstoff geschuldet. Weibliche Tiere erzielten noch stärkere Preissteigerungen: Bei Färsen der Handelsklasse R3 wurde ein Plus von 12 % auf durchschnittlich 3,51 EUR/kg SG verbucht. Zugleich stiegen die Erzeugerpreise bei Kühen der Klasse O3 um +18 % auf 3,16 EUR/kg SG. Bei weiblichen Schlachtrindern ist die im Verhältnis zum Bedarf der Schlachtereien knappe Verfügbarkeit der Schlachttiere der Grund für die Verteuerung. Auch bei Nutzkälbern sind deutliche Preisanstiege sichtbar. So fielen die Erlöse für männliche Holsteinkälber um 10 %, für Fleckviehkälber um 11 % höher aus als im Vorjahr.
In der Schweinemast sieht es in der Statistik besser aus als in der Realität. Der Vergleichszeitraum 2011 war aufgrund des Dioxinskandals zu Jahresbeginn durch niedrige Preise geprägt. So sind die Erzeugerpreise mit im Mittel 1,62 EUR/kg SG knapp 10 % höher als im letzten Jahr. Dieser Anstieg genügt aber nicht aus, die höheren Produktionskosten der Landwirte auszugleichen. Diese Situation verschärfte sich zu Beginn der zweiten Jahreshälfte weiter, da der Vorjahresabstand der Schlachtvieherlöse zunehmend schrumpft. Das Sorgenkind in der Fleischvermarktung ist der schleppende Export und die schwächelnde inländische Fleischnachfrage.
Die Schäfer verzeichneten im 1. Hj. 2012 mit 5,20 EUR/kg um 0,40 EUR/kg SG höhere Erlöse für pauschal abgerechnete Schlachtlämmer. Ab der zweiten Jahreshälfte drosselt aber die rückläufige Lammfleischnachfrage in Europa und in Deutschland die Erlösmöglichkeiten der Vermarkter. Seit Juni bewegen sich die Kurse daher nur noch auf Vorjahreslinie.
Auch in der Geflügelmast zieht sich der Trend der gestiegenen Erzeugerpreise durch. Für Putenfleisch mussten die Einkäufer der Verarbeitungsindustrie 7 % oder fast 10 ct/kg mehr ausgeben. Bei Hähnchenfleisch rückt man mehr und mehr an eine Marktsättigung heran. Dort ist eine kleine Preissteigerung von 3 % zu beobachten. www.AMI-informiert.de

mth/ Redaktion fleischnet

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