Dr. Hans-Peter Friedrich, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, hat am Donnerstag auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin eine neue Regionalkennzeichnung für Lebensmittel vorgestellt. “Das Regionalfenster sorgt für mehr Transparenz beim Einkauf. Der Verbraucher erkennt auf einen Blick, woher die Hauptzutat des Produktes stammt, wie die Region definiert ist, wo es verarbeitet wurde und wie hoch der Gesamtanteil aller regionalen Zutaten ist”, sagte der Minister bei der Vorstellung.
Gerade bei der regionalen Vermarktung spiele Vertrauen eine wichtige Rolle, sagte Hans-Peter Friedrich. Von der neuen Transparenz profitierten Verbraucher, Hersteller und Handel gleichermaßen. Hersteller aus der Region könnten ihr Mehr an Regionalität künftig glaubhaft belegen und sich so von anderen Unternehmen unterscheiden.
Damit ein Produkt mit dem Regionalfenster gekennzeichnet werden kann, muss es einige Kriterien erfüllen. Dazu zählt, dass die Region eindeutig und nachprüfbar benannt werden muss. Außerdem müssen die Hauptzutat und alle wertgebenden Zutaten, also zum Beispiel die Erdbeeren im Erdbeerjogurt, zu 100 Prozent aus der Region stammen. Macht die Hauptzutat weniger als die Hälfte des Produktes aus, gilt diese Regelung entsprechend für die nächst wichtigen Zutaten. Verpflichtend genannt werden müssen außerdem der Verarbeitungsort und die Kontrollstelle, die das Produkt zertifiziert hat und die Angaben weiter überwacht.
Die Verlässlichkeit der Informationen wird durch ein neutrales mehrstufiges Kontroll- und Sicherungssystem gewährleistet. Um gerade kleinere regionale Hersteller nicht zu überlasten und die Kosten gering zu halten, werden hierfür zum Teil bestehende Systeme wie die Ökokontrolle oder die Zertifizierungsverfahren von etablierten Länderzeichen genutzt.
Erste Produkte mit dem Regionalfenster sind seit Anfang Januar im Handel. So hat Lidl zu Jahresbeginn in Bayern in rund 500 Märkten Milchprodukte, Hähnchen, Wurst- und Fleischwaren mit dem neuen Regionalfenster eingeführt. Begonnen haben daneben die Handelsketten Tegut und Edeka Südwest; außerdem stehen Rewe und Globus in den Startlöchern.