Nachhaltigkeit und Tierwohl im Schweinesektor

Deutsche und niederländische Experten des Schweinefleischsektors trafen sich zur 8. Bonner Runde, zu der Vee&Logistiek Nederland in Nachfolge der Wirtschaftsgruppe einlud. Die Fachleute nahmen das niederländische Nachhaltigkeitsprogramm und die deutsche Initiative Tierwohl für den Schweinesektor unter die Lupe. Dabei galt es vor allem, die Kompatibilität der Programme zu prüfen und Auf-gaben und Herausforderungen für eine gute Zusammenarbeit beider Wirtschaftsregionen zu identifizieren.

Die 8. Bonner Runde zum Thema „Nachhaltigkeit und Tierwohl im deutsch-niederländischen Schweinesektor“ begrüßte die Nachhaltigkeitsbestrebungen der Sektoren ausdrücklich und bewertete den länder-übergreifenden Austausch zum jetzigen Zeitpunkt sehr positiv. Unter der Leitung von Prof. Dr. Brigitte Petersen, Vorsitzende der Forschungsplattform Grenzüberschreitende Integrierte Qualitätssicherung e.V. (GIQS), beleuchteten die Experten die deutsche Initiative Tierwohl und das niederländische Nachhaltigkeitsprogramm unter verschiedenen Gesichtspunkten. Da es eine enge Verbindung zwischen beiden Sektoren gibt, war es den Fachleuten beider Länder wichtig, nicht nur die Bedingungen und Herausforderungen der jeweils eigenen Programme miteinander zu diskutieren, sondern auch die Konsequenzen für die gemeinsame Wirtschaftsregion. Dabei spielten nicht nur die Inhalte, sondern auch die Timings eine wesentliche Rolle, so die Runde.

Die Bonner Runde war sich einig, dass die Klärung von offenen Fragen oder Hindernissen bezüglich der Kompatibilität beider Systeme in einen gut organisierten Prozess fließen müsse. Dieser solle derart institutionalisiert werden, dass eine verantwortliche, ergebnisorientierte und effiziente Abstimmung länderübergreifend möglich sei.

Bei der Umsetzung der Programme stellten sich zudem grundsätzliche Fragen, wie zum Beispiel die Art der Finanzierung und Übernahme der Kosten. Dies sei vor allem für die Landwirte ein wesentlicher Punkt. Die Kosten müsse man auch im Blick behalten, wenn es darum ginge, weitere Anpassungen hinsichtlich der verschiedenen Nachhaltigkeits- und Tierwohl-Kriterien beider Programme vorzunehmen. Hier spielen etwa die Vorgaben zum Kupieren oder zur Kastration eine besondere Rolle.

Die Verschiedenheit der Systeme beträfe auch die Zusammenarbeit mit dem Lebensmitteleinzelhandel. Nicht zuletzt deshalb sollten die Möglichkeiten einer gegenseitigen Anerkennung oder Zertifizierung zur Vereinfachung der Geschäftsbeziehungen geprüft werden.

 

 

Meist gelesene Artikel

News
Didaktik im Handwerk
News
Comeback für deutsches Fleisch in China?
News
Veggie-Burger & Co.: VDF begrüßt EU-Vorstoß
News
Metzgerei Schäfer geehrt
News
Fachkräftemangel? Zeit für neue Lösungen

Das könnte Sie auch interessieren:

Innungsfusion in Oberfranken

In Kulmbach schlossen sich die Fleischer-Innungen Hof Wunsiedel, Kronach und Oberfranken Mitte zur Fleischer Innung Oberfranken Nord zusammen....

Metzgerei Schäfer geehrt

Die Metzgerei Schäfer aus Weinstadt hat den Handwerkspreis der Deutschen Bürgschaftsbanken erhalten und wurde in München dafür ausgezeichnet....

Didaktik im Handwerk

Mit „Didaktik im Handwerk – Neue Impulse aus Harvard“ legt Ronny Paulusch ein über 400 Seiten starkes Werk vor, das...

Fachkräftemangel? Zeit für neue Lösungen

Montagmorgen im Handwerksbetrieb: Die Auftragsbücher voll, doch es fehlt Personal. Gute Fachkräfte sind rar, langjährige Mitarbeitende kurz vor dem Ruhestand...
Veggie Burger TUEV Sued Ersatzprodukte Studie

Veggie-Burger & Co.: VDF begrüßt EU-Vorstoß

Bezeichnungen für Veggie-/Fleischersatzprodukte: Wurst oder Burger sollen erlaubt bleiben, Tierbegriffe sollen verboten werden....

Wachstum mit neuem Namen

Die eccovia smart store solutions GmbH wird zu AnyStore GmbH. Damit treibt das Unternehmen die strategische Skalierung seines Geschäftsmodells auf...