Fast alle Kinder in Niedersachsen frühstücken in der Kita, Krippe oder in der Kindertagespflege. Dabei kommen oft pflanzliche Aufstriche auf das Brot – das ist nachhaltig und gut fürs Klima. Die Vernetzungsstelle Kitaverpflegung der Verbraucherzentrale Niedersachsen nahm in einem Marktcheck 20 pikante Veggie-Aufstriche unter die Lupe – und verrät, warum selbstgemachter Aufstrich oft eine bessere Wahl ist.
„Viele Eltern machen sich Gedanken darüber, was bei ihren Kindern aufs Brot kommt. Wer auf tierische Produkte verzichten möchte, greift gerne zu Aufstrichen auf Pflanzenbasis“, sagt Tanja Bolm, Leiterin der Vernetzungsstelle Kitaverpflegung. „Eine gute Wahl, aber: Genau hinschauen lohnt sich.“ Das zeigt dieser Marktcheck: Bei 20 Brotaufstrichen der Geschmacksrichtungen Tomate-Kräuter und Tomate-Basilikum wurden unter anderem Fett-, Salz- und Zuckergehalt sowie Zutaten und Preis betrachtet. Ergebnis: Nicht nur bei Zusammensetzung und Qualität gibt es deutliche Unterschiede, auch die Preisspanne ist groß. Der teuerste Aufstrich im Test kostet fast viermal so viel wie der günstigste.
Große Unterschiede beim Tomaten- und Fettgehalt
Tanja Bolm: „Tomaten kommen bei vielen Kindern gut an, deshalb ist für Eltern der Griff zum Tomaten-Aufstrich naheliegend.“ Aber nicht bei allen Aufstrichen im Marktcheck sind Tomaten auch die erste Zutat. Ihr Anteil variiert stark, zwischen 13 und 73 %, zum Einsatz kommt dabei meistens Tomatenmark. Auch beim Fettgehalt gibt es große Schwankungen – von rund 7 bis zu 39 Prozent. „Fettarm“ darf sich kein Produkt nennen; die Obergrenze liegt dafür bei maximal 3 g Fett/100 g „Deshalb sollten ernährungsbewusste Eltern die Zutatenliste prüfen und in der Nährwerttabelle besonders auf den Fett- und Salzgehalt achten“, sagt sie. Häufig kommt zudem Sonnenblumenöl zum Einsatz. Rapsöl wäre aufgrund der Fettsäurequalität empfehlenswerter.
Die detaillierten Ergebnisse des Marktchecks gibt es hier: www.kitavernetzungsstelle-niedersachsen.de/tomatige-aufstriche-im-check
Beim Discounter am günstigsten
Auch als „kochsalzarm“ darf sich kein Produkt im Test bezeichnen. Der Salzgehalt reicht von 0,8 bis 1,9 g, salzarme Produkte dürfen maximal 0,3 g Salz/100 g Ware enthalten. „Zuckerarm“ sind neun der getesteten 20 pikanten Aufstriche – sie enthalten nicht mehr als 5 g Zucker/100 g. Die Kräutermenge variiert je nach Produkt zwischen einem und 8,7 %, als Zusatzstoffe kommen bei fünf von 20 Produkten die Verdickungsmittel Guarkern- oder Johannisbrotkernmehl zum Einsatz. Die Preisspanne bei den getesteten Aufstrichen ist groß: Die günstigsten kosten 6,94 Euro/kg. der teuerste 27,19 Euro. Preisbewusste Käuferinnen und Käufer finden Aufstriche mit niedrigen Preisen beim Discounter. Dabei sei der Preis kein Indikator für Qualität, so Tanja Bolm: „Auch einige günstige Aufstriche im Marktcheck haben einen hohen Tomatenanteil.“
Selber machen lohnt sich
Wer bei Zutaten und Geschmack keine Abstriche machen will, sollte Aufstriche selbst machen, sagt sie: „Der Marktcheck zeigt, dass die Zutaten stark variieren und dass fett- und salzarme Produkte kaum zu bekommen sind. Eltern können leckere Aufstriche auch selbst machen – das ist einfach, günstig und gelingt schon mit wenigen Zutaten.“ Die Vernetzungsstelle Kitaverpflegung hat eine Rezeptsammlung zusammengestellt, die Eltern und Kitas Impulse zum Selbermachen geben soll. In kleine Dosen oder Gläser abgefüllt, halten die pflanzlichen Brotaufstriche im Kühlschrank mehrere Tage.
Die Rezeptsammlung ist unter folgendem Link abrufbar: www.kitavernetzungsstelle-niedersachsen.de/rezepte-brotaufstriche-vege