Vor 30 Jahren schützte die EU den Namen „Südtiroler Speck“ mit der geschützten geographischen Angabe (g.g.A.). Heute steht hinter dem Siegel weit mehr als ein Herkunftsnachweis. Die g.g.A. sichert verbindliche Qualitätsstandards, schafft Vertrauen und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Hersteller. Gleichzeitig erleichtert sie dem Handel die Positionierung eines Produktes mit klarer Herkunft und definierten Qualitätsstandards. Mit der Anerkennung der g.g.A. erhielt der Name „Südtiroler Speck“ 1996 einen europaweit verbindlichen Schutz. Seither darf die Bezeichnung ausschließlich für Produkte verwendet werden, die nach der festgelegten Herstellungsspezifikation in Südtirol verarbeitet und von unabhängiger Stelle kontrolliert werden.
Tradition blieb gleich
Die Herstellung folgt bis heute bewusst denselben traditionellen Grundsätzen. Der charakteristische Leitsatz „wenig Salz, wenig Rauch und viel frische Bergluft“ prägt den Südtiroler Speck g.g.A. seit Generationen. Produziert wird nur in Südtirol. Die Schweinekeulen werden traditionell zugeschnitten, trocken gepökelt, mild kalt geräuchert und durchschnittlich 22 Wochen gereift. Die Gewürzmischungen der Hersteller bleiben ein wichtiger Teil der handwerklichen Vielfalt und werden oft von Generation zu Generation weitergegeben.
Gefragtes Qualitätsprodukt

Rund um das Produkt hat sich dagegen vieles verändert. Aus einer regional verwurzelten Spezialität ist ein international gefragtes Qualitätsprodukt geworden. Moderne Technik unterstützt die Produktion, dokumentiert die Verarbeitung und macht die Herkunft lückenlos nachvollziehbar. Digitale Systeme erleichtern Zertifizierung, Marktüberwachung und Dokumentation. Gleichzeitig investieren die Hersteller kontinuierlich in Forschung zu Qualität, Lebensmittelsicherheit, Haltbarkeit und Nachhaltigkeit. „Die g.g.A. ist heute weit mehr als ein Herkunftssiegel. Sie schafft Vertrauen, schützt unsere Produzenten und gibt Handel und Verbrauchern die Sicherheit, ein authentisches Qualitätsprodukt aus Südtirol zu kaufen. Die Verbindung von traditioneller Herstellung mit modernen Qualitätsstandards ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren der vergangenen 30 Jahre“, sagt Martin Knoll, Direktor des Südtiroler Speck Konsortiums.
Was geschützte Herkunft wirtschaftlich bewirkt
Dass geschützte Herkunft einen wirtschaftlichen Mehrwert schafft, zeigt sich auch an der Entwicklung des Südtiroler Speck g.g.A. Die zertifizierte Produktion ist seit Einführung der g.g.A. deutlich gewachsen. Heute werden jährlich rund 2,5 bis 2,8 Mio. Hammen zertifiziert. Der Produktionswert lag 2024 bei rund 160 bis 170 Mio. Euro. Die klare Herkunftsdifferenzierung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Sie erleichtert dem Handel die Positionierung im Premiumsegment und gibt Verbraucherinnen und Verbrauchern Orientierung beim Einkauf.
Die Märkte haben sich über die drei Jahrzehnte ebenfalls verändert. Deutschland ist heute der wichtigste Exportmarkt und nimmt rund ein Viertel der Gesamtproduktion ab. Stark an Bedeutung gewonnen haben in den vergangenen Jahren die USA; daneben sind Frankreich, Großbritannien, die Schweiz und Österreich etablierte Exportmärkte. Insgesamt wird Südtiroler Speck g.g.A. in über 20 Ländern verkauft. Gewandelt haben sich zudem die Konsumgewohnheiten. Vorverpackter Aufschnitt ist heute ein wesentlicher Wachstumstreiber und spielt eine deutlich größere Rolle als noch vor wenigen Jahren. 2025 wurden rund 45 Mio. Packungen hergestellt. Die 100-g-Packung blieb 2025 klar die wichtigste Verpackungsgröße der Fächerware. Sie machte rund zwei Drittel der gesamten Fächerware aus.
Den Erfolg weiterentwickeln

Auch in Zukunft möchte das Südtiroler Speck Konsortium die Rolle der g.g.A. als Garant für Qualität und Wertschöpfung ausbauen. Im Mittelpunkt stehen die Sicherung des hohen Qualitätsniveaus, die Weiterentwicklung der Marke Südtiroler Speck g.g.A., die Stärkung der wichtigsten Exportmärkte sowie Investitionen in Rückverfolgbarkeit, Nachhaltigkeit und digitalen Markenschutz.
In Deutschland wird diese Strategie 2026 mit Verkostungsaktionen im LEH unterstützt. Im Herbst sind rund 200 Verkostungstage in verschiedenen Handelsketten geplant. Geschulte Promotorinnen und Promotoren laden Verbrauche/-rinnen ein, den Südtiroler Speck g.g.A. direkt am PoS zu verkosten und informieren über seine traditionelle Herstellung sowie die Bedeutung der geschützten geografischen Angabe. Das persönliche Produkterlebnis schafft Vertrauen, vermittelt die Besonderheiten und unterstützt die Kaufentscheidung unmittelbar am Regal. „Der Südtiroler Speck g.g.A. verdankt seine Qualität dem Wissen und der Leidenschaft unserer Hersteller. Sie bewahren traditionelle Herstellungsverfahren und entwickeln sie mit viel Erfahrung und Innovationsbereitschaft kontinuierlich weiter. So bleibt der Südtiroler Speck g.g.A. auch künftig ein verlässliches Qualitätsprodukt“, so Martin Knoll.
Hier weitere Infos rund um das Jubiläum.
Über Südtiroler Speck g.g.A.: Südtiroler Speck g.g.A. (geschützte geografische Angabe) ist ein Rohschinken, der seinen besonderen Charakter der engen Verbindung zu seinem Ursprungsland Südtirol verdankt. Er wird nach der traditionellen Regel „wenig Salz, wenig Rauch und viel Luft“ hergestellt und vereint damit zwei Methoden zur Konservierung von Fleisch: das Trocknen an der frischen Luft, weit verbreitet im Mittelmeerraum, und das Räuchern, typisch für die Länder im Norden Europas. Südtiroler Speck g.g.A. wird von 26 Herstellern produziert, die vom Südtiroler Speck Konsortium anerkannt sind, und garantiert traditionelle Handwerkskunst und höchste Qualität.
Über das Südtiroler Speck Konsortium: Das „Südtiroler Speck Konsortium“ wurde 1992 von 17 Produzenten mit Sitz in der Handelskammer Bozen gegründet und vertritt heute die Interessen von 26 Speckherstellern in Südtirol. Zu den Aufgaben der Schutzvereinigung zählen die Qualitätspolitik, der Schutz der Marke und die Bekanntheitssteigerung des Produktes.