AMI Rohstoff-Index unter Druck

Bonn. Der Agrarrohstoff-Index der Agrarmarkt Informations-GmbH für die wichtigsten in Deutschland erzeugten Agrarrohstoffe hat im Oktober 2011 relativ deutlich um 1,7 Punkte nachgegeben. Mit 138,0 Punkten bewegte sich der Wert für die 13 im Index enthaltenen Agrarprodukte im langfristigen Vergleich allerdings immer noch auf relativ hohem Niveau. Der diesjährige Höchststand vom Mai 2011 wird jedoch um 4,9 Punkte oder 3,4 Prozent unterschritten.

Vor allem pflanzliche Rohstoffe standen im Oktober unter Druck. So sorgten zum einen deutlich positivere Prognosen zur weltweiten Versorgung mit Getreide, insbesondere Weizen, für einen kräftigen Preisrückgang an den Terminmärkten, der mit etwas Verspätung auch auf dem Kassamarkt ankam. Gleichzeitig fehlte es am deutschen Markt wie auch im Exportgeschäft an nennenswerten Absatzimpulsen. Verschärft wurde die Situation durch die anhaltende Unsicherheit hinsichtlich der europäischen Schuldenkrise, die auch den Risikoappetit der Anleger an den Agrarbörsen spürbar dämpfte, was zusätzlichen Preisdruck aufbaute.

Den deutlichsten Kurseinbruch registrierte man auf Erzeugerebene bei Körnermais, bei dem die Preise zum Vormonat um rund 16 Prozentpunkte nachgaben. Hier wirkten sich vor allem die sehr hohen Erträge der diesjährigen Maisernte schwächend auf die Erlöse der Erzeuger aus. Deutlich weniger erzielten die Landwirte aber auch bei Brotweizen, der im Oktober fast 8 Prozent schwächer notierte als im September. Vergleichsweise moderat zeigte sich die Preisentwicklung beim Raps. Hier gaben die Kurse, gestützt von einem festen Mineralölmarkt, lediglich um 2,4 Prozent nach.

Unterstützung erhielt der Rohstoffindex zudem von einem sehr festen Rindfleischmarkt. Vor allem Jungbullen waren knapp und gesucht, so dass die Erzeugerpreise hier im Oktober um 2,5 Prozent auf 3,67 EUR/kg kletterten. Bei Mastschweinen wurden zuletzt unveränderte und bei Masthähnchen leicht reduzierte Kurse registriert. Die Milcherzeugerpreise notierten im Oktober mit leichten Aufschlägen.

Für den November rechnen Marktteilnehmer erneut mit stabilen bis festeren Märkten bei Fleisch und Milch. Bei Getreide und Ölsaaten bleiben die Kurse dagegen volatil, wobei auch höhere Preise im kommenden Monat nicht ausgeschlossen werden können.

Die AMI hat den Index für die Preisentwicklung bei den wichtigsten Agrar- und Nahrungsmittelrohstoffen in Deutschland entwickelt, um für mehr Transparenz an den landwirtschaftlichen Rohstoffmärkten zu sorgen. Dieser Index umfasst die wichtigsten landwirtschaftlichen Hauptprodukte und ist dadurch ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Dynamik in der deutschen Landwirtschaft. Der Index wird monatlich veröffentlicht.

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