Die EU-Kommission hebt in einem aktuellen Bericht die Initiativen hervor, mit denen die dänische Landwirtschaft gemeinsam mit dem Veterinär- und Lebensmitteldirektorat des Landes den Einsatz von Antibiotika in der Schweineproduktion reduziert. Die Kommission stellt fest, dass mehrere dieser Initiativen Vorbildfunktion für andere Mitgliedstaaten haben könnten.
In einer Pressemitteilung des Veterinär- und Lebensmitteldirektorats äußert Veterinärdirektor Per Henriksen: „Seit 2009 hat die dänische Landwirtschaft den Antibiotikaverbrauch in der Schweineproduktion um mehr als ein Fünftel reduziert, so dass wir heute unter vergleichbaren Erzeugerländern am unteren Ende der Skala liegen. Selbstverständlich freuen wir uns über die Anerkennung unseres Einsatzes durch die EU.“
Forscher sind sich einig, dass der Antibiotikaverbrauch auf das erforderliche Minimum zu begrenzen ist. Mit steigendem Verbrauch erhöht sich die Gefahr von Resistenzen, die zur Folge haben, dass z. B. Lungenentzündungen nicht mehr mit gängigen Antibiotika geheilt werden können.
Lob für die Gelbe Karte
Die EU-Kommission hebt mehrere dänische Initiativen zur Förderung eines auf das notwendige Maß begrenzten Antibiotika-Einsatzes bei Nutz- und Haustieren hervor. Eine von ihnen ist die Gelbe Karte mit Auflagen für Landwirte, deren Antibiotikaverbrauch zu hoch ist. Auch das dänische Verbot vorbeugender Behandlung ganzer Gruppen von Schweinen sowie der Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung von Nutztier-MRSA werden lobend erwähnt.
„Der Bericht unterstreicht, dass ausländische wie dänische Konsumenten ruhigen Gewissens dänisches Schweinefleisch genießen können, in der Gewissheit, dass in der dänischen Schweineproduktion so wenig Antibiotika wie eben möglich eingesetzt werden. Außerdem wird hervorgehoben, dass man in Dänemark hohe Lebensmittelsicherheit mit vorbildlichem Tierschutz vereint“, erklärt Veterinärdirektor Per Henriksen.
Fakten zum Antibiotikaverbrauch in der dänischen Schweineproduktion:
• Von 2009 auf 2015 wurde der Verbrauch um ca. 22 % reduziert.
• Der Tetrazyklin-Einsatz für Schweine wurde von 2014 auf 2015 um 11 % reduziert.
Initiativen des 2015 vereinbarten MRSA-Aktionsplans:
• Hygienemaßnahmen für alle Mitarbeiter in der Schweinehaltung
• Überwachungsprogramme zur Entwicklung von MRSA bei Nutztieren
• Verstärkte Erforschung der Infektionswege von Nutztier-MRSA.
• Internationaler Einsatz u.a. zur Einführung von Antibiotika-Strategien in der EU.
Aufwertung der Gelben Karte im Juli 2016:
• Künftig haben bestimmte Antibiotika, u. a. Tetrazykline, größeres Gewicht in der Bewertung des Arzneimittelverbrauchs.
• Reduzierte Grenzwerte für den Antibiotika-Einsatz bei Schweinen.
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Foto: B&L-Archiv