In dem vielfältig vorbereiteten Programm waren viele unterschiedliche Aspekte berücksichtigt. So wurde gleich am ersten Tag nach der Ankunft das europäische Viertel und dort speziell das europäische Parlament besucht. Die Auszubildenden konnten sich vor Ort ein Bild machen, wo viele der für die Metzgereien so wichtigen rechtlichen Vorschriften vorbereitet und beschlossen werden.
Im Weiteren waren für die Auszubildenden auch immer wieder sogenannte Sprachanimationen vorgesehen, um ihnen zumindest einige Grundbegriffe der französischen Sprache oder auch Gemeinsamkeiten mit der deutschen Sprache näher zu bringen.
Der Besuch eines riesigen Supermarktes brachte so manche Überraschung für die Auszubildenden. In der Fleischabteilung gab es dort einiges zu entdecken. So findet man in Frankreich deutlich mehr Rindfleisch und das angebotene Schweinefleisch ist sichtbar fetter. Lamm-, Hasen- und Geflügelfleisch wird in großer Vielfalt angeboten. Zum angebotenen Sortiment gehört hier auch das in Deutschland nicht so oft konsumierte Pferdefleisch. Die Auswahl an Halal-Produkten war ebenfalls groß. Auch fand man eine gut sortierte Fischabteilung vor.
Diese Vielfalt in der Auswahl und in der Qualität des Angebots machte sich auch deutlich beim Besuch des Marktes auf dem „Place de Boigle”. Die riesige Auswahl an Wild-, Kaninchen-, Lamm- und Geflügelfleisch war sehr erstaunlich. So begnügt sich der Franzose z.B. beim Geflügel nicht mit Hähnchen sondern hier finden sich Wachteln, Fasan, Tauben, Gans usw.
Der Unterschied im Essen machte sich auch deutlich im anschließenden gemeinsamen kleinen Mittagessen mit der französischen Begleiterin: Die Gruppe gab sich mit einem für Deutsche typischen kleinen „Snack” zufrieden, wohingegen die französische Begleitung nicht auf ihr Menü mit Vor-, Haupt- und Nachspeise verzichten konnte.
Eine französische Berufsschule für Metzger zu besuchen, stand ebenfalls auf dem Programm. Dafür war es notwendig in das knapp 80 km entfernte Colmar zu fahren, um dort das „CFA Centre-Alsace Marcel RUDLOFF” kennenzulernen.
Dort werden die Auszubildenden in den Bereichen „Boucher” (Fleisch), „Charcutier” (Wurstwaren) und „Traiteur” (Feinkost) ausgebildet. Der für den Fachbereich zuständige Lehrer, Herr Herrscher sprach glücklicherweise fließend Deutsch und konnte so den Schülern jede Frage beantworten. Für den Besuch hatten die französischen Auszubildenden einzelne Arbeitsstationen aufgebaut und jeder stellte seine Arbeit kurz vor. So wurden z.B. Dekorationen aus Karotten, Radieschen gefertigt. Ein anderer Schüler zeigte die Vorbereitung bzw. richtigen Zuschnitt von Geflügel zum späteren Füllen mit einer „Farce”. Sehr interessant war auch die Zerlegung einer Lammschulter.
Verschiedene Gerätschaften wurden erklärt; die Ausbildung in Frankreich wurde erläutert; Unterschiede in der Prüfung wurden festgestellt, d.h. eine Fülle an Informationen war zu verarbeiten.
Für das leibliche Wohl war natürlich auch gesorgt, so konnte die Gruppe vorbereitete Pasteten, Merguez, gebratene Weißwurst und Kuheuter zu einem kleinen Gläschen Weißwein verkosten.
Die Nahrungsabteilung wäre begeistert, wenn hier ein engerer Kontakt mit der französischen Berufsschule aufgebaut werden könnte.
Aber auch die kulturelle Seite der Fahrt kam nicht zu kurz. Die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Straßburgs so z.B. der Dom, das Viertel „la petite France” wurden natürlich erkundet bzw. bei einer Stadtführung kennengelernt.
Die wunderschöne Innenstadt von Colmar wurde von der Gruppe ebenfalls besichtigt.
Der einwöchige Aufenthalt in Straßburg war für alle ein tolles Erlebnis. So sammelte die Gruppe unheimlich viele Erfahrungen und Eindrücke, die über das Kennenlernen der französischen Kultur, insbesondere der Esskultur, Einblicke in das französische Metzgerhandwerk, den europäischen Gedanken hautnah erleben sicher auch noch hinausging.