Zum siebten Mal trafen sich deutsche und niederländische Experten aus dem Schweinesektor auf Einladung der niederländischen Wirtschaftsgruppe Vieh und Fleisch (PVV) in Bonn. Thema des von Prof. Dr. Brigitte Petersen, Vorsitzende der Forschungsplattform Grenzüberschreitende Integrierte Qualitätssicherung e.V. (GIQS), moderierten Roundtable: die Sicherung von Tierwohl und Tiergesundheit bei Transporten von Ferkeln und Schlachtschweinen.
Der Appell des Bonner Expertenkreises richtet sich an jeden an der Transportkette Beteiligten. Dabei möchten die Fachleute das Bewusstsein dafür vertiefen, dass die Vorschriften rund um den Transportprozess jeden einzelnen in die Pflicht nehmen. „Das Thema Hygiene ist dabei ganz wesentlich: Angefangen bei der Verladung und über den gesamten Logistikprozess hinweg, vom LKW-Fahrer, der dann auch bei der Ankunft alle Vorgaben beachtet, bis hin zum Landwirt, der die Tiere in Empfang nimmt – wirklich allen sollte klar sein, wie wichtig die Befolgung der entsprechenden Hygiene-Vorschriften in jeder Stufe der Kette ist“, so drs. Piet Thijsse, Vorsitzender des Verbands der niederländischen Viehhändler (NBHV). „So muss beispielsweise jeder LKW nach dem Ausladen gereinigt und desinfiziert werden, damit er sauber den Betrieb verlässt. Gerade bei Kälte im Winter ist das Reinigen schwierig und erfordert besondere Aufmerksamkeit.“
Für die Transporte von Ferkeln und Schlachtschweinen gilt, dass nur gesunde Tiere von sicheren Betrieben verladen und verbracht werden sollen. Anschließend muss der Fahrer während der Reise, aber auch während der Pausen, dafür Sorge tragen, dass die Tiergesundheit nicht beeinträchtigt oder gefährdet wird. Am Zielbetrieb angelangt, ist dieser dann seinerseits für eine sichere Aufnahme der Tiere verantwortlich. „Es ist wichtig, ausreichend zu kommunizieren, welche Dimension die genaue Einhaltung der Transport- und Hygienevorschriften hat“, so drs. Piet Thijsse. „Es muss gewährleistet sein, dass ausschließlich gesunde Tiere Betriebe, Regionen oder Länder verlassen und am Zielort eintreffen.“ Die Experten diskutierten diesbezüglich, wie Abläufe und Schnittstellen einerseits noch sicherer gestaltet, und andererseits – vor allem auch bürokratische – Prozesse verschlankt werden könnten. Dabei war es Konsens, dass die gemeinsamen Wirtschaftsregionen länderübergreifend Expertise und Kräfte bündeln und daran arbeiten wollen, Biosafety und Biosecurity bestmöglich zu gewährleisten.