BSE-Testpflicht entfällt

Die Testpflicht für gesund geschlachtete Rinder auf die Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE) entfällt nun komplett. Einer entsprechenden Verordnung des Bundeslandwirtschaftsministeriums stimmte der Bundesrat zu. Damit wird eine langjährige Forderung Georg Schlagbauers, Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern, erfüllt. Dazu gehört, dass es kein verpflichtendes Monitoring für über 132 Monate alte Rinder geben wird. Diese Maßnahme sei aus Sicht des Verbraucherschutzes sowie aus tierseuchenrechtlichen Gründen unnötig. Das ergaben eine gemeinsame Risikobewertung durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) sowie ein Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA).

Die übrigen Bekämpfungsmaßnahmen wie die Entfernung und unschädliche Beseitigung spezifizierter Risikomaterialien, die Einhaltung der Verfütterungsverbote, die BSE-Untersuchung von verendeten sowie aus besonderem Anlass geschlachteten Rindern über 48 Monate und die Untersuchung von BSE-Verdachtsfällen werden beibehalten. Von den Untersuchungen sind bundesweit 46.000 Rinder betroffen. Die daraus resultierenden jährlichen Kosten von ca. 680.000 Euro wurden laut Bundesrat bisher von der Wirtschaft getragen. Die Kostenentlastung durch den Wegfall der generellen Untersuchungspflicht beziffert das Agrarressort auf fast 12,2 Mio. Euro im Jahr. Im Fokus steht nun für Georg Schlagbauer die Wiederzulassung von Rinderdärmen. Der regionale Charakter handwerklich erzeugter Fleisch- und Wurstwaren werde durch die Einfuhr von Naturdärmen aus anderen Ländern zerstört. Das für das bayerische Fleischerhandwerk entscheidende Kaufargument „Regionalität“ und die regionale Wertschöpfung vor Ort werden so außer Kraft gesetzt. Deutschland müsse als „Staat mit vernachlässigbarem BSE-Risiko“ anerkannt werden. Dies würde nicht nur die ca. 4.000 handwerklichen Metzgereien Bayerns wirtschaftlich entlasten, sondern den regionalen Gedanken qualitativ hochwertiger Fleisch- und Wurstwaren stützen. www.fleischerverband-bayern.de

 

Foto: Margot-Kessler/ pixelio

 

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