BVE: Exportklima in der Ernährungsindustrie verbessert

Berlin. Die zuversichtliche Einschätzung der aktuellen Geschäftslage zeigte sich unverändert stabil. Bis auf einige zyklische Schwankungen verbesserte sich das Exportklima über alle Branchen hinweg. "Durch das wachsende Exportgeschäft hat sich die Ernährungsindustrie ein wichtiges Standbein auf dem internationalen Markt erschlossen, besonders aussichtsreich ist die Markterschließung außerhalb der EU. Dabei müssen die Unternehmen noch mehr gefördert werden.", kommentiert Dr. Sabine Eichner, Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), die aktuellen Ergebnisse des Exportbarometers der deutschen Ernährungsindustrie, das die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) bereits zum fünften Mal im Auftrag der BVE erstellt hat.

Bedeutung der BRIC-Staaten
Die Zunahme des internationalen Handels und der Arbeitsteilung schafft neue wachstumsstarke Wirtschaftszentren, mittlerweile werden 90% des Weltwirtschaftswachstums außerhalb der EU generiert. Die Schwellenländer der BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) spielen dabei aufgrund ihrer wachsenden Wirtschaftskraft sowie ihres Ressourcen- und Bevölkerungsreichtums eine wichtige Rolle. Für die Ernährungsindustrie nehmen Brasilien und Indien jedoch weiterhin eine untergeordnete Rolle ein. Nur Russland messen 39 % der befragten Unternehmen eine sehr große bis große Bedeutung in den nächsten Jahren bei, für China immerhin noch 31 %. Den Marktzugang erschweren neben abweichenden Konsumbedürfnissen und kulturellen Unterschieden vor allem nicht-tarifäre und tarifäre Handelshemmnisse, in Russland und China kommt die mangelnde Rechtsicherheit hinzu. Um diese Wachstumsmärkte für deutsche Lebensmittelexporte besser zu erschließen, sind somit vor allem verstärkte handelspolitische Anstrengungen notwendig.

Absatzmärkte und Exportgüter
Die Ernährungsindustrie exportierte 2011 Lebensmittel im Wert von 48,4 Mrd. Euro, das entspricht einem Plus von 13,1 %. Mit einem Anteil von 79 % geht der Großteil der Exporte in die EU. Als die attraktivsten Absatzmärkte schätzen die befragten Unternehmen Österreich, Frankreich, die Niederlande und Italien ein. Die Absatzerwartungen für die nächsten sechs Monate in den EU-Ländern bleiben konstant, vereinzelt zeigt sich Optimismus. So hat sich der positive Saldo aus steigenden und sinkenden Erwartungen für Italien fast verdreifacht, für Österreich stieg er um 11% und für die Niederlande um 5 %. Die Erwartungen an steigende Exporte sanken besonders für Belgien, Dänemark und Spanien.
Zu den Hauptexportgütern der Ernährungsindustrie zählen neben Fleisch- und Milchprodukten, Süßwaren und Getränke. Besonders positiv schätzten im Mai 2012 die Fleischwaren (+78,3 %), Molkereiprodukte (+47,6 %) und Backwaren (+22,6 %) ihre Lage im Vergleich zum Dezember 2011 ein. Stärker rückläufig entwickelt sich hier Fleisch (-85,4 %) sowie die Obst- und Gemüseverarbeitung (-22,7 %).
Bei den Erwartungen an das Exportgeschäft zeichnet sich bei allen Branchen ein deutlich positiver Trend ab, besonders optimistisch sind Backwaren (+223,5 %), Fleisch (+141,7 %) und Süßwaren (+92,6 %). Allein die Erwartungen bei Fleischwaren fallen nach der aktuell guten Geschäftslage wieder gedämpfter aus (-45,5 %). Das PwC Exportbarometer Mai 2012 steht hier www.bve-online.de

mth/ Redaktion fleischnet

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