2015 kontrollierte die amtliche Lebensmittelüberwachung der Länder rund 532.000 Betriebe. 12 % der rund 380.000 Proben wurden beanstandet. Auffällig sind die gestiegenen Beanstandungen bei der Kennzeichnung und Aufmachung der Lebensmittel. Mit 853.900 Kontrollbesuchen in 532.151 Betrieben wurde 2015 fast die Hälfte aller registrierten Betriebe (43,7 %) in Deutschland kontrolliert, die Lebensmittel herstellen, bearbeiten oder verkaufen. Die Gesamtzahl der registrierten Betriebe, die der Lebensmittelüberwachung in Deutschland unterliegen, liegt bei 1,21 Mio.
Wie in den vergangenen Jahren stellten die Kontrolleure bei 25 % aller untersuchten Betriebe Verstöße fest und leiteten entsprechende Maßnahmen ein. Die größte Zahl der Beanstandungen betraf mit 48 % – wie in den Vorjahren – die allgemeine Betriebshygiene, gefolgt von der Lebensmittelkennzeichnung und -aufmachung (26 %) sowie Mängeln im Hygiene-Management (21 %). Mängel bei der Kennzeichnung und Aufmachung wurden 2015 öfter als in den Jahren zuvor festgestellt (+8 % im Vergleich zu 2014). Hintergrund dafür ist die seit Dezember 2014 geltende EU-Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV). Dies betrifft insbesondere die Kennzeichnung von Zutaten, die bei der Herstellung eines Lebensmittels verwendet wurden und beim Verzehr Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können (Allergene).
Die mit Abstand höchste Beanstandungsquote (21,1 %) wiesen 2015 „alkoholische Getränke (außer Wein)“ auf, gefolgt von den Produktgruppen „Lebensmittel für besondere Ernährungsformen“ (19,9 %), „Fleisch, Wild, Geflügel und Erzeugnisse daraus“ (17 %) sowie Fertiggerichte (15,3 %). Über die Hälfte der beanstandeten Proben (58,6 %) verstieß gegen Vorschriften der „Kennzeichnung und Aufmachung“ – 6,6 % mehr als 2014. Bei 16 % der beanstandeten Proben gab es mikrobiologische Verunreinigungen und bei 8,4 % Mängel in der Zusammensetzung, worunter auch Kontaminationen mit unerwünschten Stoffen gehören.
Die Beanstandungsquote von Gegenständen und Materialien mit Lebensmittelkontakt sank. Wurden 2011 noch 16 % der Proben beanstandet, waren es 2014 12 % und 2015 10,5 %. Wie bei den Lebensmitteln machen auch hier Kennzeichnungs- und Aufmachungsmängel den größten Anteil der Verstöße aus (56 %). www.bvl.bund.de
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