Seit 1993 sichern Zusammenarbeit von Behörden, Forschern und Schweinebranche sowie ständig verbesserte Strategien zur Minimierung von Salmonellenvorkommen in Frischfleisch. Unter den bedeutenden Schweineerzeugerländern der EU hat nur Dänemark einen gesetzlich verankerten Salmonellenbekämpfungsplan, der die gesamte Produktionskette umfasst.
Die erzielten Ergebnisse rechtfertigen laut Vibeke Møgelmose, Tierärztin und Teamleiterin der Zoonosengruppe des Danish Agriculture & Food Council, den hohen Überwachungsaufwand in der dänischen Schweinebranche: "Besonders erfreut sind wir über die sehr niedrigen Salmonellenvorkommen in Schweineschlachtbetrieben sowie die signifikante Senkung von humanen Salmonellosen, die auf dänisches Schweinefleisch zurückzuführen sein könnten. Die Motivation und das Engagement aller Beteiligten von der Erzeugung bis zur Schlachtung zahlen sich aus. Bei Schlachtkörpern konnten die Salmonellenvorkommen seit 1993 von 7 % auf derzeit 1,2 % gesenkt werden. Bis Ende 2013 soll diese Zahl abermals reduziert werden, auf 1 % oder weniger."
"Zur weiteren Reduktion von Salmonellenvorkommen in sowohl Mast- als auch Schlachtbetrieben ist der für alle dänischen Schweinebestände ermittelte und im Internet veröffentlichte Salmonellenstatus bei jedem Verkauf von Lebendtieren anzugeben. Unter www.spf-sus.dk können sich künftig z.B. auch Ferkelkäufer über den Salmonellenstatus von Sauenbeständen informieren.
Frischfleischüberwachung
Für Frischfleisch wurde die Salmonellenüberwachung 2001 in allen dänischen Schlachtbetrieben so geändert, dass nun täglich von fünf Schlachtkörpern an jeweils vier Stellen Wischproben genommen und auf Salmonellen untersucht werden. Das einheitliche Verfahren ermöglicht aussagekräftige Vergleiche zwischen den Schlachtbetrieben, was der laufenden Optimierung von Vorgehensweisen sowie der Entwicklung noch effizienterer Strategien zur weiteren Reduktion von Salmonellenvorkommen zugute kommt.
Die Untersuchungsergebnisse werden laufend für die letzten 11 Schlachttage analysiert und eingestuft. Bereits bei mehr als einem positiven Befund hat der Schlachtbetrieb Ursachenforschung zu betreiben.
Überwachung von Mastbeständen
Vibeke Møgelmose: "Für die Einstufung der Mastbestände nehmen wir Muskelfleischproben von Schlachtkörpernacken. Die Proben werden eingefroren und liefern nach dem Auftauen Fleischsaft für die Untersuchung auf Salmonellen-Antikörper. So erhalten wir von allen Mastbetrieben für jede Lieferung Stichproben, anhand derer wir den Salmonellenstatus der Mastbetriebe ermitteln. Nach ihrem Salmonellen-Index werden die Betriebe monatlich in Niveau 1, 2 oder 3 eingestuft."
Niveau 1 steht für niedrige Salmonellenvorkommen. Produzenten auf Niveau 2 belegt der Schlachtbetrieb mit 2 % Abzug vom Abrechnungswert, während Niveau-3-Bestände je nach Dauer und Frequenz der Einstufung in Niveau 3 mit 4 %, 6 % oder 8 % Abzug vom Abrechnungswert zu rechnen haben.
"Mit dem Salmonellenbekämpfungsplan IV wird der Schwellenwert für die Einstufung in Niveau 3 – und die damit verbundenen getrennten Anlieferungen und Schlachtungen – von 70 auf 65 reduziert", erläutert Vibeke Møgelmose.
Getrennte Anlieferung und Schlachtung (nach allen anderen Schweinen) von Tieren aus Niveau-3-Beständen sowie spezielle Hygieneanforderungen sichern die einwandfreie Lebensmittelsicherheit der Gesamtproduktion.
Die nächste Neuauflage des Salmonellenbekämpfungsplans steht 2013 an.
Fakten zur Salmonellenbekämpfung
Überwachung und Vorbeugung umfassen
1. Futtermittelbereitstellung
2. Einteilung der Mastschweinebestände nach Salmonellenniveau (1, 2 und 3)
3. Sanktionierung von Mastbetrieben der Niveaus 2 und 3 (Brancheninitiative)
4. Sauenbestände
5. Obligatorische Angabe des Salmonellenstatus bei Verkauf/Erwerb von Lebendtieren (Datenzugriff unter www.spf-sus.dk)
6. Sanktionierung von Zucht- und Vermehrungsbetrieben mit hohen Salmonellenniveaus (Brancheninitiative)
7. Getrennte Anlieferung und Schlachtung von Tieren aus Niveau-3- Mastbeständen
8. Auf Salmonellen-Reduktion ausgerichtete Hygienemaßnahmen der Schlachtbetriebe
9. Frischfleischüberwachung der Schlachtbetriebe
10.Verschärfte Salmonellenkontrolle in Schlachtbetrieben mit erhöhten Salmonellenvorkommen.