Es geht ums Geld

Beitragsgestaltung und Organisationsreform waren die beiden bestimmenden Themen der Fachbeiratssitzung Finanzen und Organisation des DFV in Frankfurt am Main. Darüber hinaus standen beim Deutschen Fleischer-Verband auch die allgemeine Situation der Branche, die Tarifentwicklung und die für 2019 angestrebte Verschmelzung der ehemaligen Fleischerei-Berufsgenossenschaft FBG mit der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe, BGN, auf der Tagesordnung.

 

DFV-Vizepräsident Eckhart Neun stellte das ab 2018 vorgesehene Beitragsmodell des DFV vor. Dieses umfasst einerseits den Wegfall der Sonderumlage aus dem aktuellen Drei-Säulen-Modell, andererseits soll der Werbebeitrag, der bisher von jedem Mitglied gesondert erhoben wurde, in den regulären Mitgliedsbeitrag übernommen werden. Der Wegfall des Sonderbeitrages, einst zur Rücklagenbildung durch Zinserträge eingeführt, mache angesichts der derzeitigen Situation am Finanzmarkt durchaus Sinn. Dies gelte auch für die Integration des Werbebeitrags in den DFV-Haushalt, da dies Planungssicherheit für längerfristige Maßnahmen zur Werbung und Öffentlichkeitsarbeit gebe. Außerdem bleibe das Werbebudget des Verbandes durch die Dynamisierung konstant und schmelze nicht mit dem Betriebsrückgang von Jahr zu Jahr ab.

 

Intensive Diskussionen ergaben sich zu den Veränderungen in der Organisationsstruktur. Als Gesprächsgrundlage stellte DFV-Hauptgeschäftsführer Martin Fuchs die Ausgangssituation anhand der Mitgliederentwicklung in den einzelnen Landesinnungsverbänden und auf Bundesebene seit 1997 dar. Die Zahl der Mitgliedsbetriebe hat sich bis 2016 mehr als halbiert und es wurde deutlich, dass auch in Zukunft weniger Betriebe mehr zahlen müssten, wenn nicht grundlegende Änderungen im Aufbau der fleischerhandwerklichen Organisation erfolgten. Hier sollte dringend überlegt werden, wie dieses Geld effizient und zum Nutzen der Betriebe eingesetzt werden könne.

 

Alternativen für Abtrünnige anbieten

Eckhart Neun und Martin Fuchs betonten, dass dort, wo den Betrieben für ihren Beitrag adäquate Gegenleistungen geboten würden, funktionierende Einheiten unbedingt zu unterstützen seien. Dort, wo dies nicht der Fall sei und Betriebe oder ganze Innungen sich aus der Organisation verabschiedeten, müsse eine Alternative geboten werden. Wie schon auf der Obermeistertagung im März schlägt das Präsidium des DFV die Bildung effizienterer Einheiten vor. Dies könne auch die Möglichkeit einer Einzelmitgliedschaft im DFV mit sich bringen.

 

Im Verlauf der Debatte wurde deutlich, dass es die Pflicht des DFV und der gesamten fleischerhandwerklichen Organisation sei, das Thema Organisationsreform weiter zu verfolgen, auch wenn man auf Widerstände stoße und das Ergebnis offen sei. Es müsse, so der Vizepräsident, sichergestellt werden, dass das Fleischerhandwerk auch noch in 20 Jahren in Berlin oder Brüssel eine Stimme habe. www.fleischerhandwerk.de

 

 

Foto: Colourbox.de

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